Grundschüler aus dem Schulkinderhaus drehen einen Krimi

Ein Mord im Krankenhaus

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Eine spanende Kriminalgroteske haben die Kinder des Schuki mit Stephan Wagner gedreht – unter anderem auf dem Spielplatz in der Edith-Stein-Straße, aber auch auf der Polizeiwache und in der Asklepios Klinik.

Langen - Eine wilde Verfolgungsjagd, ein skrupelloser Mörder und natürlich eine Leiche, die im Schatten der Nacht beiseitegeschafft wird – all das macht einen spannenden Krimi aus. Von Sina Gebhardt 

Das wissen sogar schon die Jüngsten und haben dieses Erfolgsrezept nun für ihren ersten eigenen Film umgesetzt. Unter Anleitung von Stephan Wagner haben die Jungen und Mädchen aus dem Schulkinderhaus geschrieben, geprobt und gedreht, bis auch die letzte Szene im Kasten war. Es ist eine ganz besondere Premiere: Die Schüler aus dem „Schuki“, dem städtischen Hort an der Wallschule, werden heute im Jugendzentrum ihren Eltern und Gästen zum ersten Mal „Drei Freunde und ein Mord“ präsentieren. Und dabei mit Sicherheit einiges von den aufregenden Dreharbeiten berichten. „Ich habe mir in der Turnhalle den Arm verletzt und komme ins Krankenhaus. Und da habe ich dann einen Mord beobachtet“, verrät die zehnjährige Teodora Petrovic, die eine der Hauptrollen spielt. „Aber weder ihre Eltern noch die Polizei glauben ihr, also gehen wir zu ihrem Bruder, der Detektiv ist“, ergänzt Pia Habecker, die eine Freundin der Zeugin spielt. Die beiden haben im Februar angefangen, zusammen das Drehbuch zu schreiben, im März begannen dann schon die Dreharbeiten. Warum es ausgerechnet ein Krimi sein sollte, liegt für die zwei Jungautorinnen auf der Hand: „Es sollte etwas Spannendes sein.“

Fast schon zu aufregend wäre der 25-minütige Film gewesen, denn ursprünglich gab es sogar drei Tote. „Ich habe es dann auf eine Leiche reduziert“, räumt Erzieher Stephan Wagner ein, der als Multitalent für Kamera und Schnitt verantwortlich ist und auch hier und da Dialoge umgeschrieben hat.

Zwei- bis dreimal wöchentlich trafen sich die insgesamt 20 mitwirkenden Schuki-Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren in unterschiedlicher Besetzung für die Dreharbeiten, filmten bei ihren Eltern zu Hause, im Juz, im Rathaus, der Wallschule und vor der Polizeistation, wo sie sogar in ein Polizeifahrzeug einsteigen durften. Für die Mordszene ging es dann an zwei Tagen wirklich ins Krankenhaus, wo die Asklepios Klinik ihnen Kleidung und medizinische Utensilien für ihre Dreharbeiten zur Verfügung stellte.

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Dass die neun Hauptdarsteller Spaß beim Filmen hatten, ist sicher. Aber gerade das war auch eine der Herausforderungen: „Manche Szenen mussten wir sehr oft drehen, weil viele Schwierigkeiten hatten, sich das Lachen zu verkneifen“, erzählt Wagner. Auch gab es anfangs noch ein paar Wechsel, bis die Besetzung final stand. Aber aus Sicht der Jungschauspieler lag das Hauptproblem ganz woanders. „Den Text zu lernen war am schwersten“, sind sich alle einig, wobei der neunjährige Lennart El Moustaphaoui in der Rolle des Arztes und Mörders noch mit etwas anderem zu kämpfen hatte: „Der Arztkittel war einfach zu lang.“

Eine einstimmige Entscheidung bei der Wahl einer Lieblingsszene gibt es dann wiederum nicht: „Die Verfolgungsjagd!“, „Oder das Verstecken der Leiche!“, „Die Fesselszene!“, „Nein, der Mord im Krankenhaus“, schallt es von allen Seiten. Davon dürfen sich die Zuschauer dann bei der Premiere von „Drei Freunde und ein Mord“ am heutigen Freitag ihr eigenes Bild machen. Das Fazit der Kinder ist bereits nach dem Ansehen der Rohschnitt-Version vielversprechend: „Schön und echt spannend!“

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