Guter Rat zum Schutz vor Einbrechern

„Schlauer gegen Klauer“ ist gar nicht so schwer

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Wann ist ein Fenster sicher und wann nicht? Norbert Jost (links) lässt es sich von Polizeihauptkommissar Michael Wahl erklären – die LKA-Liste mit Sicherheitstechnik-Firmen gibt’s gratis dazu.

Langen - Einbruchschutz ist ein Thema, das immer aktuell ist und der Polizei besonders am Herzen liegt, erst recht mit Blick auf die anstehende Urlaubszeit. Von Holger Borchard

Wie Haus- und Wohnungsbesitzer selbst mit einfachen Mitteln und Vorrichtungen Dunkelmännern das Handwerk vermiesen können, darum geht es im Polizei-Präventionsmobil. Jüngst stand es am Fachmarktzentrum in der Pittlerstraße – die Polizeihauptkommissare Michael Wahl und Stefan Adelmann konnten sich über Nachfrage nicht beklagen. Norbert Jost ist begeistert: „Sehr schön, dass es so etwas gibt. Ich wollte eigentlich nur kurz einkaufen und war praktisch schon im Wegfahren, als ich den Polizeibus gesehen habe. Jetzt hab’ ich jede Menge Infos und sogar die Adressen von Spezialisten in der Hand“, freut sich der 63-Jährige und deutet auf die Liste, die Michael Wahl ihm ausgedruckt hat. Gut 30 Minuten zuvor waren der frischgebackene Rentner und der Sicherheitsexperte ins Gespräch gekommen. „Ich wollte wissen, ob und wie ich bei mir am Haus Türen und Fenster besser sicher muss“, erzählt Jost. Nun ist er um einiges schlauer und fest entschlossen, die guten Ratschläge in die Tat umzusetzen – „da wird mir als Rentner auch nicht langweilig“. „Wir haben uns mechanischer Aufrüstung, Beschläge und sogenannte Knauf-Türzylinder angeschaut, deren Funktion wir hier im Bus anschaulich zeigen können“, präzisiert Michael Wahl.

Im Gespräch mit einem jungen Ehepaar, das sich vor allem für die Sicherung von Terrassentür und Hausfront interessiert, plaudert Kollege Adelmann derweil aus dem Polizei-Nähkästchen. Angesichts einer geradezu „unterirdischen“ Aufklärungsquote von Einbruchdiebstählen fuße der kriminalistische Ansatz glasklar auf der Prävention. Unterscheiden könne man zwei Tätergruppen, so Adelmann: „Die einen, die bandenmäßig und gezielt Tatorte ausbaldowern und die, für die gilt: Gelegenheit macht Diebe.“

Solche Gelegenheiten gilt es zu verhindern, beziehungsweise zu minimieren, indem man neuralgische Punkte wie (Keller-)Fenster oder Terrassentüren effektiv schützt. Das beginnt ganz simpel mit dem Wissen um Nach- und Fahrlässigkeit. „Ein normaler Rollladen ist kein Schutz, wenn er aus Kunststoff ist, erst recht nicht“, erfahren die Besucher des Präventionsmobils. „Und ein geklapptes Fenster ist sowieso grundsätzlich ein offenes, egal, ob es gesichert ist“, fügt Wahl hinzu. „Einbrecher stemmen das ruck, zuck auf – auch das führen wir vor.“

Nur wenige Minuten halten sich Dunkelmänner üblicherweise in fremdem Wohneigentum auf, sie setzen auf Tempo und Tarnung – Licht, Freiflächen und aufmerksame Nachbarn sind ihre natürlichen Feinde. „Sehr häufig sitzt bei Geschädigten der Schock über das Eindringen ins Zuhause, in den persönlichen Rückzugsraum ungleich tiefer als über den materiellen Schaden“, wissen die Polizisten. Insofern freuen sie sich, „wenn es hier im Bus brummt“, so Wahl.

Wer das Mobil verlässt, tut dies zumeist nicht ohne eine der hilfreichen Broschüren, die Titel wie „Ungebetene Gäste“, „Schlauer gegen Klauer“ oder „Guter Rat ist nicht teuer“ tragen. Wer nicht warten will, bis der Polizeibus in seiner Nähe Station macht, wird auf der Homepage der hessischen Polizei fündig und kann einen persönlichen Beratungstermin in den eigenen vier Wänden vereinbaren.

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