Hartes Training für echte Männer

Langener macht in Vox-Doku Quintett fit für Extrem-Triathlon

+
Die echten Männer und ihr Trainer (von links): Michael, Valentin, Dennis, Personal-Coach Helge Thorn, Andreas und Marcel. Fünf Monate hatte der Langener Zeit, um aus den Couch-Potatos leistungsfähige Triathleten zu machen.

Langen - Helge Thorn ist Personal-Trainer – das vergangene halbe Jahr hat er so gesehen nur seinen Job gemacht. Allerdings umringt von Kameras: Der Langener ist Mentor, Tröster und mit Verlaub „In-den-Arsch-Treter“ bei der heute beginnenden Doku-Serie „Echte Männer“ auf dem Fernsehsender Vox. „Ein großer Spaß und eine geniale Erfahrung“, sagt der 33-Jährige rückblickend. Von Cora Werwitzke 

Die bereits veröffentlichten Trailer zeigen, was die Zuschauer erwartet: Fünf Kerle, alle Anfang 30 und von – sagen wir – bequemer Statur, stürzen sich ins ungewisse Fitness-Abenteuer. Auf was für eine sportliche Herausforderung sich die Fünf eingelassen haben, erfahren sie erst vor laufender Kamera von Helge Thorn: Innerhalb von fünf Monaten will er sie für einen Extrem-Triathlon fit machen – heißt: 1,5 Kilometer Schwimmen im offenen Meer, 30 Kilometer Cross-Country-Mountainbiken und ein 10,5 Kilometer Cross-Lauf. Für Schockstarre hat das Quintett keine Zeit, denn Thorn will direkt mal wissen, wo die Teilnehmer stehen, und lässt sie unter anderem gegen eine Rentnertruppe im Mountainbiken antreten. „Die Ausdauer ließ etwas zu wünschen übrig“, kommentiert er schmunzelnd. Abgehängt und ausgelaugt dämmert dem einen oder anderen, dass es das jetzt wohl erst mal war mit dem Couchpotato-Dasein.

In der Tat. Vor dem Ausstrahlungsstart heute Abend darf Helge Thorn natürlich noch nicht viel verraten, aber das Trainingspensum der „Echte Männer“-Gang steigert sich im Laufe der Serie derart, dass sie am Ende sechs Tage die Woche ackert. Dabei treffen fünf Charaktere („Vom Schlechter-Verlierer-Typus bis zum Ich-nehm-alles-auf-die-leichte-Schulter-Kandidaten“) auf einen Mann, der als Frankfurter Bootcamp-Headcoach ein paar Spezialübungen im Gepäck hat.

Was in den sechs Sendungen gebündelt daherkommt, trug sich von November bis April zu. „Ich hatte in den fünf Monaten insgesamt 17 Drehtage, hab mit den Jungs aber permanent telefoniert, ihnen Videobotschaften gesendet, Trainingspläne geschrieben und sie motiviert“, erzählt Thorn. Seit ein paar Jahren lebt er in Frankfurt, arbeitet aber bis heute stundenweise im Therapie- und Trainingszentrum Merkel und bei seinem Heimverein KSV Langen, wo er vor gut 15 Jahren seine allererste Trainerlizenz erwarb. Ihm gefalle der realitätsnahe Ansatz, ergänzt er: „Die Teilnehmer gehen ganz normal ihrem Vollzeitjob nach, trainiert wird nach Feierabend und am Wochenende. So wie das eben jeder macht, der sich auf einen Triathlon vorbereiten will.“

Zum TV-Coach ist der bekennende Eintracht-Fan quasi von einem Tag auf den anderen geworden. Verantwortliche der Produktionsfirma sahen seine Bootcamp-Clips bei hr 3 und RTL Hessen. „Ich bekam Anfang November einen Anruf, ob ich mir vorstellen könnte, Trainer in solch einem Projekt zu werden“, erzählt Thorn. Zwei Tage später sitzt er beim Casting in Köln mit dem Producer zusammen, zwei Wochen später beginnt der Dreh.

Wenn Sport schmerzt: So fies kann Training sein

In die Trainerrolle muss sich der studierte Sportwissenschaftler vor der Kamera nicht lange einfinden. Er macht einfach seinen Job, Sprüche kloppen gehört dazu – „und an schlagfertigen Antworten der Jungs mangelt es nicht“, versichert er grinsend. Die Drehorte sind vor allem im und ums Ruhrgebiet. „Bei den ersten Takes war ich schon aufgeregt“, schildert Thorn. Ton, Licht, Kamera – das Drumherum kann der 33-Jährige aber gut ausblenden. „Es kommt natürlich vor, dass eine Szene wegen eines Versprechers zwei Mal gedreht werden muss, aber viel weniger als ich erwartet hätte. Es ist alles ausgesprochen realitätsnah.“ Bis auf eine Tanz-Choreografie, die seine Schützlinge in einer der Sendungen bewältigen müssen, kann er das auch von seinem Trainingsstil behaupten.

Die fünf Fitness-Abenteurer sind dem Langener schnell ans Herz gewachsen. „Die Chemie muss auch stimmen, sonst wird das nix“, sagt er. „Die schwierigste Herausforderung war für die Jungs, sich die Zeit fürs Training einzuräumen“, reflektiert er. Normalerweise würde er ein Jahr ansetzen, um jemanden von einem solch niedrigen Fitnesslevel zum Triathleten zu machen. Um es in kürzerer Zeit zu versuchen, musste das Quintett nach einem (aus Thorns Sicht) lockeren Einstieg auf Leistungssportniveau trainieren. Ob die Schinderei am alles entscheidenden Tag etwas gebracht hat? Helge Thorn schmunzelt und schweigt. Nur soviel: „Ich war am Wettkampftag so was von nervös! Und ich hatte tierisch Angst, dass mir einer im Freiwasser absäuft.“

Fotos zur Triathlonmesse 2016 in Langen

Wenn der Langener heute Abend, 20.15 Uhr, im Kreis von Freunden und Familie einschaltet, wird er die Bilder selbst zum ersten Mal sehen. „Ich bin sehr gespannt, was aus dem ganzen Material ausgewählt wurde“, kommentiert er erwartungsfroh. Wer ihn nach seiner persönlichen Definition von einem „echten Mann“ fragt, bekommt übrigens folgende Antwort: „Ein echter Mann hat Kraft, ist willensstark und trägt Bart.“ Dass er seine Kandidaten durchweg „Jungs“ nennt, werten wir da mal nicht als schlechtes Omen.

Kommentare