LKG-Gruppe bringt zum 25. Mal ein Stück auf die Bühne

Laientheater direkt und derb

Was haben die Mitglieder der LKG-Theatergruppe wohl dieses Mal in den Suppentopf gerührt? Das Geheimnis wird am 15. Oktober in der Stadthalle gelüftet.  (c)Foto: p

Langen - Die Langener Karneval Gesellschaft, die seit 1948 Witzbolde und Redefrohe zusammentrommelt, feiert in diesem Jahr ein Jubiläum: 25 Jahre LKG-Theater. Eine Erfolgsgeschichte, die 1992 begann.

Das LKG-Theater ist untrennbar mit einem Namen verbunden: Hans Hoffart († 2016), einst Redakteur der Langener Zeitung, späterer Ehrenbürger der Stadt Langen und Ehrenpräsident der LKG. Der Mann mit den durchaus verschiedenen Gesichtern war sprachgewandt, fröhlich, leichtsinnig und konnte über sich selbst lachen; er war witzig, aber er nahm den Humor nicht leicht, wusste die Dinge einzuordnen, ohne zu übertreiben oder überkandidelt zu sein.

Mit dieser schelmischen Leichtigkeit im Gepäck und der eigenen Rente in Sichtweite knüpfte der Mann an das Jahr 1952 und die Lokalposse „Rund um den Vierröhrenbrunnen“ von Kurt G. Werner an und setzte 40 Jahre später das LKG-Theater in die Welt. „Hochzeitstag mit Hindernissen“ hieß das erste Stück des neuen Ensembles und war aus dem Stand heraus ein riesiger Erfolg. In den Jahren darauf gab’s aale Krembel und Schwerenöter, die auf die Pauke hauten, dann wurde die Luft im Rathaus dick und spätestens mit der „Liebe am Suppentopf“ hatten es die Damen und Herren vom LKG-Theater geschafft: Sie waren Kult am Sterzbach – und sind es bis heute geblieben.

Regisseur, Bühnenbildner, Inspizientinnen und die Schauspieltruppe sind sich und ihrer Vorstellung von unterhaltsamem Volkstheater über die Langstrecke von 25 Jahren treu geblieben: der Boulevard, der fröhliche Schwank, eine deftige Portion Lokalkolorit, Geschichten, Typen und Orte aus der Stadt vom lahmen Beamten zur lahmen Ente, vom Paddelteich durch den Lutherplatz-Kreisel bis hin zum Zeltplatz am Waldsee, der direkte Kontakt zum Publikum, tolles Timing, professionelle Darstellung mit Augenzwinkern und Improvisationsgeschick sowie sympathische Bodenständigkeit waren immer drinnen im gemeinsamen Suppentopf. Und für die Truppe ist klar: Volkstheater ist direkt und derb, aber nie blöd. Volkstheater schaut den Menschen aufs Maul und gibt ihnen, wo nötig, eins drauf.

Bilder: LKG-Sitzung in der Langener Stadthalle

Das LKG-Theater und das LKG-Ensemble sind ein Mehrgenerationenprojekt; die Namen der Mitwirkenden verweisen auf familiäre Bande. Regisseur Hans Hoffart hat das Ensemble viele Jahre beisammengehalten, erfolgreiche Stücke auf die Bühne gebracht und das Kunststück vollbracht, dass die ortsbekannten Schauspieler bei der Stange geblieben sind, ihren Spaß hatten und auch immer wieder gerne Platz und Spielraum für neue Ideen und junge Talente boten.

Werner Vogelgesang, zuvor schon Witzbold und Mime, konnte 2008 mit seiner künstlerischen und musikalischen Kompetenz nahtlos anknüpfen und fünf ausgesprochen erfolgreiche Inszenierungen als Regisseur in der Stadthalle folgen lassen, bis schließlich vor zwei Jahren ein aufstrebender Jurist den Chefposten in der Regie übernahm: Felix Fischer, der mit „Schaden ist die größte Freude“ 2014 an den Start ging, hat Vorstellungskraft und Sinn für Spielwitz und Timing. Und er weiß seine Mitspieler perfekt in Szene zu setzen, damit sie sich wunderbar in Verwicklungen verwickeln, verstricken, verfolgen und verheddern.

Jahr für Jahr eine Überraschung für sich ist das Bühnenbild. Dafür verantwortlich ist etwas, das sich anhört wie Dudelsack und Whiskyprobe: das LKG-Schottenteam – ein fröhlicher und kreativer Haufen mit Sinn für Handwerk, Kunst und das pfiffige Detail.

Zentraler Kern des Projektes sind und bleiben jedoch die Darsteller. Sie sind der eigentliche Grund für viele Menschen, die ansonsten mit Theater nicht viel am Hut haben, sich doch zu den LKG-Theaterterminen aufzuraffen, um ein paar vergnügliche Stunden zu erleben. (ble)

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