Neue Betreuungsplätze, dennoch gehen einige Eltern leer aus

Mangel trotz großer Anstrengungen

Langen - In Langen gibt es nach wie vor einen großen Bedarf an Kindergartenplätzen. Wie dieser gedeckt werden soll, geht aus einem Bericht des städtischen Fachdienstes Kinderbetreuung hervor.

Der jetzt vorgelegte Bedarfs- und Entwicklungsplan macht deutlich, wie viele Kinder betreut werden, wie viele Plätze akut und künftig gebraucht werden und welche Schritte geplant sind, um das Angebot weiter zu verbessern. Hintergrund für die Aufbereitung der statistischen Daten ist das Hessische Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch, das einen solchen Plan von den Kommunen fordert. „Die Vorlage dient der Planung von Betreuungsplätzen, Personal und notwendigen Finanzmitteln, soll aber auch der Öffentlichkeit Informationen über den Stand der Kinderbetreuung in Langen geben“, erklärt Constantin Strelow Castillo, der den Fachbereich Soziales und Bildung im Rathaus leitet.

Mehr als 38 Prozent der Ein- bis Dreijährigen haben einen Betreuungsplatz. Damit liegt Langen zwar über der einst von der Bundesregierung vorgegebenen Marke von 35 Prozent – im Ballungsraum sei die Nachfrage aber deutlich höher, weiß Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD). Der Fachdienst schätzt den Wert auf rund 50 Prozent. Von den jungen Einwohnern zwischen drei und sechs Jahren befinden sich fast 93 Prozent in pädagogischer Obhut. Auch in diesem Bereich sei die Nachfrage größer, könne aber aufgrund fehlender Erzieher nicht gedeckt werden, sagt Fachdienstleiterin Sandra Wettlaufer.

Derzeit stehen 114 Jungen und Mädchen unter drei und 156 Kinder zwischen drei und sechs Jahren auf der Voranmeldeliste der Stadt. Ein Blick in den Bedarfs- und Entwicklungsplan hilft, die Hintergründe dieser Zahlen zu verstehen. Laut Aussage von Erstem Stadtrat Stefan Löbig (Grüne) liegt es an verschiedenen Faktoren, dass nicht jedes Kind umgehend einen Platz erhält. „Da sind leider auch kritische Fälle darunter“, bedauert Gebhardt – beispielsweise Familien, bei denen eine Weiterbeschäftigung gefährdet sei oder ein Wiedereinstieg in den Beruf verschoben werden müsse.

Langen sei ein sehr beliebter Wohnort für Familien. Dies belegten die aktuellen Statistiken zur Bevölkerungsentwicklung. Danach sind die Geburtenrate und die Zahl der Zuzüge und Zuwanderungen in den vergangenen Jahren gestiegen. Ein Mangel herrscht hingegen bei den Fachkräften, die die Stadt dringend für die Kinderbetreuung sucht. Nach Löbigs Worten geht der Kreis Offenbach davon aus, dass in den nächsten Jahren in seinen Kommunen bis zu 800 Stellen für Erzieher nicht besetzt werden können.

Fakt ist, dass die Stadt Langen angesichts der enormen Nachfrage neue Betreuungsplätze geschaffen hat. Entstanden sind in den vergangen sechs Jahren 160 Kita- und 82 Krippenplätze. Mitte nächsten Jahres werden durch den Neubau der städtischen Kita „Haus Bullerbü“ im Belzborn zusätzlich 24 Krippen- und neun Kitaplätze entstehen. Durch den neuen freien Träger „Nanus“ kommen 48 Plätze für Drei- bis Sechsjährige hinzu und die Evangelische Kirchengemeinde vergrößert die Tageseinrichtung im Bezirk Martin Luther um 24 Plätze für den U3-Bereich. Ein weiterer Baustein ist die Umwandlung 40 städtischer Hort- in Kindergartenplätze.

ble

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