An der Albert-Schweitzer-Schule

Modellprojekt soll Flüchtlingen Integration erleichtern

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Zum Start des Integrationsprojektes an der Albert-Schweitzer-Schule in Oberlinden stand das gegenseitige Kennenlernen bei Tee und Gebäck im Vordergrund.  

Langen - „Alle Kinder brauchen ein Zuhause“ – unter diesem Motto ist jetzt an der Albert-Schweitzer-Schule ein Modellprojekt gestartet.

Dabei sollen Flüchtlingsfamilien mit bereits hier lebenden Eltern zusammengebracht werden, um den Neuankömmlingen die Schulkultur verständlich zu machen – unabhängig von Herkunft oder Konfession. „Das erste Elterntreffen war ein voller Erfolg“, berichtet Schulleiterin Barbara Busch. Etwa 50 Eltern und Kinder trafen sich zum Auftakt des Projektes „Alle Kinder brauchen ein Zuhause“ bei Tee und Gebäck in den Räumen der Bildungsstätte. Vier Lehrerinnen halfen vor Ort bei der Organisation. „Die Eltern erhielten vorab ein Informationsschreiben und wurden persönlich von uns angesprochen“, erklärt Busch. Mit einem so großen Echo hätten die Organisatoren dennoch nicht gerechnet.

Bei einem Schulrundgang hatten die Mütter und Väter Gelegenheit, alle Fragen rund um Räumlichkeiten, Unterricht und Schulalltag zu stellen, während sich die jungen Gäste bei Bastelarbeiten die Zeit vertrieben. Acht Übersetzer aus der Elternschaft sorgten für die nötige sprachliche Unterstützung und übersetzten in Dari, Farsi, Serbisch, Rumänisch, Italienisch, Arabisch, Türkisch und Urdu. „Toll, dass diese Vernetzung so erfolgreich war“, freut sich Barbara Busch.

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Das nächste Treffen ist für Ende Mai geplant. Bei einem Grill-Nachmittag geht es dann um Kinderrechte. „Wir haben vor, die Eltern-Treffen alle zwei Monate zu veranstalten“, erläutert die Leiterin der Albert-Schweitzer-Schule. „Zusätzlich findet alle vier Wochen ein Bastelnachmittag speziell für Schüler aus Migrantenfamilien statt.“

Um die Eltern der Flüchtlingskinder besser in den Schulalltag zu integrieren, sei vor allem eins nötig: Sprachkenntnisse. „Wir hoffen, dass sich mehr Ehrenamtliche finden, die den Familien beim Deutschlernen helfen“, sagt Barbara Busch. Ein pädagogischer Hintergrund sei nicht nötig. „Zuverlässige, freundliche und motivierte Helfer sind jederzeit willkommen.“ Hilfsangebote nimmt das Schulleitungsteam unter 73400 an.

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„Alle Kinder brauchen ein Zuhause“ ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben“, das demokratische Strukturen und Initiativen stärken und Präventionsarbeit gegen extremistische und menschenfeindliche Positionen leisten soll. „Es gibt bereits konkrete Ideen für die weitere Arbeit in Langen“, erzählt Lea Berend, die sich im städtischen Fachdienst Migration, Jugend, Spielplätze um die Koordination kümmert. Neben theaterpädagogischen Konzepten für Schulklassen und einem Straßenfest ist auch ein Kreativprojekt mit dem Künstler Richard Williams geplant.

Unterstützt wird die Aktion an der Schweitzer-Schule vom Türkischen Elternverein und dem Verein Makista – Bildung für Kinderrechte und Demokratie Frankfurt.

ble

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