Morris Jones alias Peter Kunz veröffentlicht zweites Album

Musik fürs Radio und das WM-Finale

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Die erste CD war ein Erfolg, die zweite soll’s toppen: Unter dem Künstlernamen Morris Jones bringt Peter Kunz heute sein neues Album an den Start.

Langen - Er ist Stammgast in den Club- und DJ-Charts und in Langen (noch immer) bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Heute erscheint das zweite Album des Musikers und Produzenten Peter Kunz, das er erneut unter seinem Künstlernamen Morris Jones veröffentlicht. Von Markus Schaible 

Van Halen’s „Jump“ in voller Lautstärke in der Kirche? Peter Kunz machte es möglich, damals in den 80er Jahren. Tharwat Kades fand’s gar nicht lustig – aber Konfirmand Peter konnte den damaligen Pfarrer der Petrusgemeinde mit einem Konzert für Senioren wieder versöhnen. Mit Hardrock hat Kunz heute nichts mehr am Hut, mit dem Sound der 80er Jahre aber sehr wohl: Das Genre Italo-Disco „mit seiner schon fast dreisten Einfachheit“ fasziniert und inspiriert ihn. Aus seinen Ideen bastelt er dann eine eingängige Mischung aus Dance- und Deep-House-Stücken. Und die kommen an, laufen im Radio und sind hoch in den einschlägigen Hitparaden zu finden.

Energiebündel, dieses Wort trifft exakt auf den 45-Jährigen zu, der zwar im Taunus lebt, aber noch enge familiäre Bindungen nach Langen hat und mehrmals pro Woche in der Stadt ist. Für Journalisten ist er ein Glücksfall – hinsetzen, Stift zücken, zuhören. Nur zu stoppen ist Kunz etwas schwer ... Aber dass er mit Worten umgehen kann, bewies er 15 Jahre als Stadionsprecher beim SV Darmstadt 98 (heute ist er noch Aushilfssprecher) sowie einst als Wahlkampfmoderator für Altkanzler Gerhard Schröder.

So gut er reden kann, eines kann er nicht: singen. „Ich arbeite deshalb mit Sängern zusammen, die auch die Texte beisteuern.“ Aktuell ist das der in Deutschland lebende New Yorker Sänger Nelson, der schon bei P. Diddy’s Label unter Vertrag stand und eine ordentliche Prise RnB mit einstreut. Alles andere obliegt Kunz: Er produziert die Songs und spielt die Instrumente ein. „Das sind bei einer elektronischen Produktion natürlich viele Synthesizer und Samples, aber auch Gitarren.“ Neun Monate hat er an den zwölf Stücken für „MJ 2“ gearbeitet. „Das steht einerseits für Morris Jones’ zweites Album, aber MJ ist ja auch Michael Jackson. Und der hat sowohl Nelson als auch mich stark geprägt.“

Schon in der Entstehungsphase haben Morris Jones einige Singles veröffentlicht. „Sie laufen bei YOU FM, FFH oder Big FM und kamen bislang auf mehrere hundert Radioeinsätze“, berichtet Kunz. „Wir werden also professionell wahrgenommen.“ Um seine Musik zu veröffentlichen, hat der Produzent extra ein eigenes Plattenlabel gegründet: Rocky Beach Music. Rocky Beach ist die fiktive Kleinstadt zwischen Los Angeles und Santa Barbara, in der die Abenteuer der drei ??? spielen. „Ich führe mit dem Buchverlag gerade eine konstruktive Diskussion darüber, wem die Namensrechte gehören“, verrät er.

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Im Gegensatz zu anderen DJs steht Peter Kunz nicht am Mischpult: „Uns gibt es live als Band. Ich verschanze mich dabei hinter einer Keyboardburg ...“ Die Konzerte finden vor großem Publikum statt: Beim Darmstädter Schlossgrabenfest waren Morris Jones auf der Hauptbühne direkt vor den Headlinern Die Prinzen zu erleben. Beim Public Viewing in der Commerzbankarena spielte die Band nicht nur dieses Jahr bei der EM, sondern auch beim WM-Finale 2014 vor 55 000 Leuten. Und am Sonntag, 25. September, steht ein Auftritt im Hanauer Amphitheater an – an der Seite von Luxuslärm bei deren letztem Open Air vor der Auflösung. Bei der Verbreitung seiner Musik setzt Peter Kunz auf sämtliche Wege, die aktuell gefragt sind: „Wir verkaufen Downloads und Streams bei Spotify, aber MJ 2 wurde auch ganz oldschool als CD gepresst. Es gibt immer noch viele Leute, die lieber eine CD mit Booklet in der Hand haben. Und bei Amazon gibt es den Download ja sogar gratis dazu.“

Auch Videos produziert der 45-Jährige. „Unser jüngstes hatte bei Youtube 700.000 Klicks in sechs Wochen“, freut er sich. Allerdings: Für jeden davon bekommt der Künstler 0,05 Cent, macht in diesem Fall 350 Euro. Davon lässt sich kein Video produzieren. „Es ist ein großes Ganzes“, sagt Kunz: „Wir haben Einnahmen aus Merchandising, der Musik, Gagen, Videos – und am Ende passt es.“ Jetzt hofft er erst einmal, dass MJ 2 guten Anklang findet. Und dann blickt er bereits auf den 1. April 2017 voraus: „Dann sind wir – kein Scherz – in der Stadthalle zu erleben.“ Denn es ist ihm ein Anliegen, in seiner Heimatstadt auch mal wieder als Musiker seine Spuren zu hinterlassen.

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