Nachlese zum Superwahl-Sonntag

Die Jugend wählt eher rot und grün

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Peer Steinbrück (SPD) schnitt bei den Langener Jugendlichen eigentlich ganz gut ab.

Langen - Ginge es nach Langens Jugend, würde der Bundestag erheblich anders aussehen als in Wirklichkeit. Bei der Juniorwahl, bei der die Jugendlichen der Oberstufe der Dreieichschule abstimmten, wurde die SPD stärkste Kraft, allerdings knapp.   Von Markus Schaible

Aber auch die Piraten holten viele Stimmen. Insgesamt 445 Schüler der Klassenstufen zehn, elf und zwölf gaben ihr Votum ab – und kürten die SPD mit 24,4 Prozent zum Wahlgewinner. Die CDU kam auf 22,8 Prozent, dicht gefolgt von den Grünen mit 22,6. Danach klafft eine deutliche Lücke. Auf Platz vier: die Piratenpartei mit 11 Prozent. Wie die erwachsenen Langener bei der realen Wahl würden auch die Gymnasiasten die FDP im Parlament belassen; für die Liberalen stimmten 7,4 Prozent der Jugendlichen. Abgeschlagen sind die Linken (3,8) und die AfD (3,4 Prozent); Extremisten wie NPD, Republikaner und Marxistisch-Leninistische Partei erhielten Einzelstimmen.

„Die Schüler haben das sehr ernst genommen und nicht als Spiel angesehen“, sagt Organisator Jörg Couturier, Lehrer für Politik und Wirtschaft. So zeige das Ergebnis deutlich, dass die Schüler „keinen Blödsinn gewählt“, sondern ihrer Überzeugung Ausdruck verliehen hätten.

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Während die 445 Stimmen der Juniorwahl relativ einfach auszuzählen waren, hatten die Wahlhelfer im Rathaus am Sonntag einen sehr langen Abend. So stand das Endergebnis der Landtagswahl erst nach Mitternacht fest. „Das war einfach der Masse an Briefwählern geschuldet“, sagt Heike Kahse, Fachdienstleiterin des städtischen Bürgeramtes. Probleme wie etwa in Egelsbach (siehe Bericht oben) habe es nicht gegeben. „Aber wir hatten über 1000 Wahlbriefe mehr als beim vorigen Mal, das konnten wir vorher nicht unbedingt ahnen.“ Zudem seien Doppelwahlen, wenn zwei Stimmzettel in einem Briefumschlag stecken, nicht einfach zu handhaben.

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In Zukunft werde man in solchen Fällen die Zahl der Briefwahlbezirke erhöhen. „Bei der Bürgermeisterwahl brauchen wir das natürlich nicht, die ist einfach auszuzählen“, blickt Kahse voraus. Bei der Analyse des Hessen-Ergebnisses zeigt sich, dass die CDU in Langen mit 38,2 Prozent fast punktgenau im Landestrend (38,3) liegt, die SPD mit 26,0 deutlich schlechter (Hessen: 30,7), die Grünen mit 14,1 um vier Prozent besser. Da könnte doch das Thema Kiesabbau im Bannwald eine Rolle gespielt haben (Ergebnis Neurott/Kita Sonnenschein: 21,2 Prozent), aber auch der Lärm von den Platzrunden des Egelsbacher Flugplatzes, denn auf dem Steinberg errang die Ökopartei 21,1 Prozent,

FDP (6,5) und AfD (4,5) schnitten in Langen besser ab als im Landesdurchschnitt (5,0/4,0 Prozent), die Linke ist mit 5,1 Prozent ganz knapp schlechter (5,2). Wahlbeteiligung: 72,3 Prozent.

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