„So nah. So gut. So Langen“:

Gewerbetreibende setzen auf gemeinsames Werbekonzept

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Langen - Innenstädte haben es landauf, landab nicht leicht. Mit einer neuen Initiative wollen die Langener Akteure von der Stadt bis zu den Gewerbetreibenden nun neuen Schwung nicht nur in die Einkaufsmeile Bahnstraße, sondern auch in die angrenzenden Bereiche bringen. Von Markus Schaible 

„Es gibt drei Sorten von Innenstädten“, sagt Joachim Kolbe, als städtischer Fachbereichsleiter für die Wirtschaftsförderung zuständig: „Ein paar wenige boomen, aber dort herrscht ein harter Verdrängungswettkampf. Etliche Innenstädte sind bereits nicht mehr zu retten. Und dann gibt es die, um die es sich zu kämpfen lohnt.“ Genau zu dieser dritten Kategorie zählt Kolbe Langen. Und ist damit einer Meinung mit vielen Akteuren aus Einzelhandel, Gewerbeverein, Gastronomie, Verkehrs- und Verschönerungsverein, Stadtwerken und Kirchen. Sie ziehen an einem Strang, damit Langen noch besser, attraktiver und bekannter wird.

Nach rund 18 Monaten gemeinsamer Arbeit geht diese Initiative nun zum Langener Markt an die Öffentlichkeit. Bei Workshops zum Citymarketing haben die Akteure in dieser Zeit wiederholt darüber gebrütet, was dazu beitragen kann, die Anziehungskraft des Standorts und die Kundenfrequenz in den Geschäften zu steigern. Eines der ersten Projekte war, einen griffigen Slogan für die Einkaufsstadt Langen zu kreieren. Er lautet: „So nah. So gut. So Langen.“

„Wir geben damit ein Versprechen ab: Wir sind in der Nähe“, sagt Kolbe. Und in der Findungsphase sei klar geworden: „Es gibt hier viele interessante Geschäfte.“ Thorsten Möbus, Inhaber der „Spielzeugträume“, ergänzt: „Im Vergleich zu den regionalen Wettbewerbern und denen im Internet kamen wir zu dem Ergebnis: Überraschend, was in Langen alles geboten wird. Einkaufen und einander treffen geht über die ‚Endpunkte‘ Bahnhof und Stadtkirche hinaus.“

Im Gegensatz zu anderen Mittelstädten verfüge Langen über mehrere kleine Zentren. Insgesamt erstrecke sich das Angebot über eine große, lang gezogene Fläche. „Da ist die Orientierung nicht immer einfach. Erst recht nicht für Neu-Langener oder Job-Pendler, die in unser Wirtschaftszentrum kommen“, meint Möbus.

Das Fazit der Gruppe: Das, was Langen als einen Ort zum Einkaufen und Verweilen attraktiv macht, sind Nähe, Qualität und die persönlichen Beziehungen und Erlebnisse. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse hat die Arbeitsgruppe die Kernbotschaft „Wir sind nah und gut“ formuliert und daraus den neuen Slogan kreiert. Er soll fürs Einkaufen und Verweilen werben und ins Bewusstsein rufen, dass Langen eine komplette Stadt ist, in der es eigentlich alles gibt und die enorm viele Vorteile und Möglichkeiten bietet. „Das fällt vielleicht nicht immer sofort auf“, weiß die Strategieberaterin Renate Knapp. „Aber die Einkaufsmöglichkeiten sind gut, sie müssen nur bekannter gemacht werden.“ Und deshalb solle nun – wie bei zentral geführten Einkaufszentren auch – ein gemeinsames Marketing betrieben werden.

Bilder: Langener Markt und „Art Promenade“

Um aus dem Slogan ein wirkliches Markenzeichen zu machen, entschieden sich die Akteure für eine abstrakt dargestellte Silhouette des Stumpfen Turms als Signet. Frederik Janik (Werbeagentur Siegel Buck Janik): „Er ist ein starkes Wahrzeichen, das Geschichten erzählt und unumstößlich seinen festen Platz im alten und neuen Langen hat. So ein Symbol steht für Sicherheit, Verlässlichkeit und Vertrauen.“

Logo und Slogan werden jetzt auf diversen Werbemitteln zum Blickfang. Alle Geschäftsleute der Stadt können sie verwenden, egal ob sie Mitglieder des Gewerbevereins sind oder nicht, egal ob Einzelhändler, Dienstleister oder Gastronomen. Auch Vereine und andere Institutionen sind zum Mitmachen aufgerufen. Es gibt ein ganzes Bündel von großen und kleinen Aufklebern, Aufstellern und Plakaten. Ein Bierdeckel liegt ebenfalls im Starterpaket, das kostenlos erhältlich ist. Bestellung per E-Mail: wirtschaft@langen.de. Wer möchte, bekommt das Markenzeichen zudem als Datei, um es für eigene Drucksachen und Anzeigen oder für den Webauftritt und Facebook-Account zu verwenden.

Zum Startschuss der Kampagne beim Langener Markt, dem verkaufsoffenen Sonntag am 4. September, soll der Slogan nicht nur an den Schaufenstern der Geschäfte, sondern auch an zahlreichen Litfaßsäulen und Plakatwänden im großen Stil präsentiert werden. „Damit ist der Anfang gemacht“, sagt Monika Eigl-Anthes („Welt der Weine“): „Jetzt geht es darum, die Verbraucher ins Boot zu holen und von diesem Inhalt zu überzeugen. Und wir Einzelhändler müssen schauen: Wo können wir noch besser werden?“

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