Erweiterung des Langener Waldsees

Naturschützer legen in Kassel nach

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Langen - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kämpft weiter juristisch um die Rettung des Bannwalds am Langener Waldsee – nun in der nächsten Instanz. Von Holger Borchard 

„Der Schutz des Bannwaldes hat für uns weiter Priorität“, betont BUND-Sprecher Herwig Winter: „Die rechtliche Auseinandersetzung ist leider mühsam, aber wir geben nicht auf.“ Am Montag haben die Naturschützer beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel Beschwerde gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Darmstadt zum so genannten „Hauptbetriebsplan“ eingelegt. Mit der neuerlichen Klage des BUND ist der Rechtsstreit um die Südosterweiterung des Langener Waldsees um eine Facette reicher. Nachdem die Naturschutzorganisation bereits im März ihre Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss in die zweite Instanz zum Verwaltungsgerichtshof nach Kassel getragen hat, vollzieht sie diesen Schritt nun ebenfalls für die Klage gegen den Hauptbetriebsplan.

Jene hat das Verwaltungsgericht Darmstadt kürzlich abgewiesen – aufgrund der „erheblichen rechtlichen Unsicherheiten“ allerdings auch in diesem Fall dem BUND gestattet, seine Beschwerde gegen die Entscheidung in zweiter Instanz am Verwaltungsgerichtshof verhandeln zu lassen. „Diese Beschwerdezulassung ist ein deutlicher Beleg dafür, dass die rechtliche Auseinandersetzung weiterhin offen ist und die Chancen zur Bannwaldrettung weiterhin gut sind“, stellt der stellvertretende BUND-Landesgeschäftsführer Thomas Norgall fest.

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Der BUND Hessen will mit seiner Klage den geschützten Bannwald südlich des Langener Waldsees vor der Abholzung retten. Der Wald war im Oktober 1996 zum „Bannwald-Schutzgebiet“ gemäß hessischem Forstgesetz ausgewiesen worden – „unter anderem zum Schutz gegen den weiteren großflächigen Abbau von Kies und Sand“, merkt der BUND dazu an. Die Naturschützer erhoben daher gegen den 2013 erlassenen Planfeststellungsbeschluss zur „Südosterweiterung des Langener Waldsees“ Klage vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt.

„Da die komplizierte Struktur des Bundesberggesetzes viele für den Umwelt- und Naturschutz wichtige Genehmigungsdetails nicht in der Planfeststellung, sondern erst in einem zweiten Verfahren regelt, das mit dem sogenannten Hauptbetriebsplan endet, müssen wir den Rechtsstreit auch gegen diesen Plan führen“, präzisiert Herwig Winter.

Bilder: Bannwald erhalten oder Kies abbauen?

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