Heinz-Georg Sehring tritt in Ruhestand

Mit Organisationsgeschick und Sensibilität

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Da freut sich einer auf den Ruhestand: Heinz-Georg Sehring wurde von KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski (rechts) und Bürgermeister Frieder Gebhardt verabschiedet.

Langen - Heinz-Georg Sehring ist ein umtriebiger Zeitgenosse. Auf vielen Feldern hat er sich einen Namen gemacht.

Eines wird er künftig nicht mehr beackern, denn nach 43 Jahren Tätigkeit für die Stadt und ihre Kommunalen Betriebe (KBL) nahm der 64-Jährige jetzt Abschied vom öffentlichen Dienst. Sehring war Gärtnermeister und seit 1997 Sachgebietsleiter für den Friedhof. Bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand würdigten ihn Bürgermeister Frieder Gebhardt und KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski als einen kompetenten Mitarbeiter, der sich durch sein großes Engagement ausgezeichnet habe und nicht zuletzt auch dadurch, dass er kein Blatt vor den Mund nehme.

Heinz-Georg Sehring kam 1952 in der Wassergasse zur Welt und lebt noch immer in dem mehr als 200 Jahre alten Anwesen in der Altstadt. Die Pflanzenwelt war ihm bereits als Kind vertraut, sein „grüner Daumen“ wurde ihm buchstäblich in die Wiege gelegt. Schon ganz früh packte er im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern mit an.

Nach seinem Schulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Gärtner, war dann beim Bundesgrenzschutz und begann 1973 in der Langener Stadtgärtnerei. In der Gartenbauschule Wiesbaden legte er die Prüfung zum Gärtnermeister ab, später kam eine Floristenprüfung hinzu. Sehring wurde Ausbilder und schließlich zum Leiter der Stadtgärtnerei ernannt. Er war zuständig für die Pflege der Sportanlagen, der Kinderspielplätze und der Sträucher und Bäume an den Straßen. Für öffentliche Veranstaltungen und anderes mehr schuf er mit seinem Team kunstvolle Dekorationen.

Als die Kommunalen Betriebe nach ihrer Gründung in den 1990er Jahren die Gärtnerei aus wirtschaftlichen Gründen aufgaben, übernahm er eine neue Leitungsfunktion für den Friedhof, eine Aufgabe, die nicht nur gärtnerischen Sachverstand und Organisationsgeschick verlangte, sondern auch ein hohes Maß an Sensibilität. In der Zeit von Heinz-Georg Sehring hat sich der Langener Friedhof zu einer Anlage entwickelt, die von einer vielfältigen Natur geprägt ist und auf der die Bestattungsarten möglich sind, die heute nachgefragt werden, so zum Beispiel pflegearme und -freie Varianten wie Rasengräber oder der Friedpark. Mehr als 6 000 Grabstätten gibt es auf dem rund zehn Fußballfelder großen Areal. Die Zahl der Beerdigungen liegt bei etwa 350 im Jahr.

Anerkennung für seinen Einsatz erwarb sich Sehring auch als Mitglied im Personalrat, in dem er 29 Jahre lang wirkte und sich für die Belange der Beschäftigten einsetzte. 16 Jahre war er Personalratsvorsitzender bei den Kommunalen Betrieben, zuletzt hatte er zwei Jahre lang den Vorsitz im Gesamtpersonalrat von KBL und Stadt inne. Seine Stimme hat überdies Gewicht in der KBL-Betriebskommission, in der die Weichen für die Tätigkeit und die Entwicklung des Eigenbetriebs gestellt werden. Sehring gehört diesem wichtigen Gremium auch weiterhin an. Das Mandat gab ihm die Stadtverordnetenversammlung, in die er bei der vergangenen Kommunalwahl Einzug hielt.

Politisch engagiert er sich schon seit 1972 bei der FWG-NEV, deren Vorsitzender er ist. Bereits in den 1980er Jahren war er Langener Stadtverordneter. Wiederholt wurde er – wie auch jetzt wieder – in den Kreistag gewählt.

Bodenständig wie Heinz-Georg Sehring ist, gehört er seit Jugendtagen rund einem Dutzend Langener Vereine an. So steht er seit 1978 an der Spitze des Obst- und Gartenbauvereins und ist seit mehr als 50 Jahren im TV-Blasorchester aktiv. Als Ur-Langener, der frei reden kann und sich in der örtlichen Historie gut auskennt, gibt er seit 2010 als Brunnenwirt beim Ebbelwoifest den Ton an. Sehring ist verheiratet und hat drei Kinder. (ble)

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