Mit dem spielen, was andere wegwerfen

Originelle Abfallvermeidungsaktion in Kindergärten

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Eine Murmelbahn aus Flaschen und Dosen haben Kinder aus der städtischen Kita Hegweg bei der Aktion „Aus Alt mach Neu“ gebaut.  

Langen - Müll muss kein Müll bleiben: Süßigkeitenverpackungen können Licht filtern, Kaffeepads Handtaschen aufpeppen und Plastikflaschen Dokumente schützen. Vielen Sachen lässt sich mit Fantasie und Kreativität ein zweites Leben einhauchen.

Das Zauberwort heißt „Upcycling“ und bedeutet, Abfall in neue Produkte umzuwandeln. Das macht Erwachsenen genauso viel Spaß wie Kindern. Und das Ganze hat einen tieferen Sinn, nämlich die Welt von Abfall zu befreien und mit schönen, nützlichen Dingen zu bevölkern. Die Kommunalen Betriebe Langen (KBL) und die städtische Abfallberatung möchten auf Initiative von deren Mitarbeiterin Sandra Trinkaus schon die Kleinsten mit dieser Philosophie vertraut machen und haben deshalb die örtlichen Kindertagesstätten zur Aktion „Aus Alt mach Neu“ eingeladen. Das Programm gestalten Annika Eckert vom Egelsbacher Birkenhof und der Langener Künstler Richard Williams, die beide über Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit verfügen.

Sandra Trinkaus hat sich dazu folgende Geschichte ausgedacht: Waschbär und Fuchs treffen sich im Wald und ärgern sich, dass dort überall Abfälle rumliegen, wovon einige Sachen sogar noch brauchbar wären. Gemeinsam mit den Kindern kommen sie zu dem Ergebnis, dass der Natur die weggeworfenen Sachen gar nicht guttun. Sie können ja auch wiederverwertet, getauscht, verliehen oder verschenkt werden, anstatt gleich alles wegzuwerfen. Und Tatsache ist: In vielen Ländern der Welt wird aus Geldmangel originelles und individuelles Spielzeug selbst gebastelt.

Nach etwas Theorie am Anfang können die Kinder dann nach Herzenslust loslegen. Es entstehen Vogelfutterstationen, Ketten und Armringe, Lampions und Blumen-Mobiles, wilde Drachen und Dampfschiffe oder eine originelle Murmelbahn – und das alles aus Milch-Tetra-Paks, Knöpfen, Stoffresten, Kartonagen oder Joghurtbechern.

Seit mehr als zehn Jahren bieten die Kommunalen Betriebe und die städtische Abfallberatung den Kitas Umweltprojekte mit den Schwerpunkten Abfallvermeidung und Umwelterziehung an. Sie dauern jeweils drei Stunden und können von den Einrichtungen auf Abruf gebucht werden. „Abfallarmes Frühstück“, „Kompostieren im Kindergarten“ oder „Selber Papier herstellen“ waren in der Vergangenheit die Themen. Immer mit von der Partie als zentrale und kindgerechte Bezugsperson ist Putzi, das Waschbär-Maskottchen der KBL. Mit jedem neuen Umwelt-Abenteuer kommt ein neues Tier hinzu: der Regenwurm Rolfi, der Buntspecht Berti und jetzt der schlaue Fuchs Foxi.

Die Kitas müssen für die Aktion nichts bezahlen, die Kosten werden vollständig von den Kommunalen Betrieben übernommen. „Das Geld ist gut angelegt“, sagt Betriebsleiter Manfred Pusdrowski, „denn mit dem Programm wecken wir bei den Jüngsten das Interesse am Umweltschutz und der Abfallvermeidung.“ Weitere Informationen erteilt die Abfallberatung unter 06103/203-391.

ble

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