Mit Unterstützung durch hr3-Moderatorin entsteht ein Schulradio

Einsteins Rundfunkpioniere

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Daumen hoch fürs Albert-Einstein-Schulradio: hr3-Moderatorin Ariane Wick unterstützt Lehrer Yuriy Bogdanov und den Wahlpflichtkurs.

Langen - Über professionelle Unterstützung beim Aufbau eines eigenen Schulradios kann sich die Albert-Einstein-Schule freuen. Der Hessische Rundfunk (hr) hat die Gesamtschule für das Projekt „school. fm – Wir machen Radio“ ausgewählt. Von Timo Kurth 

In dieser Woche gab es für die Nachwuchsmoderatoren Tipps von einem hr3-Profi. „Bestellt schon mal das Popcorn, jetzt kommen die Kinotipps“, hört man die Stimme von Nihal Ertorun aus der neunten Klasse der Albert-Einstein-Schule. Durch die Boxen im kleinen Schneideraum verschafft sich die Schülerin einen ersten Eindruck über den ersten Radiobeitrag, den sie gerade eigenständig produziert hat. „Da müssen wir noch mal was schneiden“, meint ihr Moderatorenkollege Aron Boy trocken, während er mit dem Mauspad die Tonspur bearbeitet. Im Klassenraum nebenan feilt man ebenfalls an den letzten Details für die erste Live-Sendung. Anweisungen gibt dabei eine Person, die das Radio kennt wie kaum jemand anders. hr3-Moderatorin Ariane Wick ist Coach bei der allerersten Woche des neuen Projekts school.fm. „Es geht darum, Schülern den Arbeitsalltag eines Radiosenders näherzubringen“, erklärt die Moderatorin. „In den normalen Schulstunden bleibt ja kaum Zeit, um Kindern praxisnahe Erfahrungen zu liefern.“

Ariane Wick ist Moderatorin und Journalistin durch und durch. Als Redakteurin des ZDF und mit einer eigenen Sat1-Sendung lernte sie in frühen Jahren auch das Fernsehen kennen. Seit 20 Jahren hält sie allerdings ihrem Lieblingsmedium die Treue. „Die Tätigkeit beim Radio ist unfassbar kreativ. Wir müssen jede Moderation und Information, die wir nach draußen bringen, penibel vorbereiten. Zudem sind wir Moderatoren parallel quasi auch noch als DJs tätig“, sagt sie lachend und zeigt ihren Arbeitsplatz auf einem Foto: Mikrofone, Mischpult und vieles mehr finden sich dort.

Als eine von sieben Schulen im Bundesland wurde die AES für das Pilotprojekt „school.fm – Wir machen Radio“ des Kultusministeriums, dem Netzwerk Rundfunk und des hr ausgesucht. Angeleitet von Moderatorin Wick entwickelt das Einstein-Team diese Woche ein Radioprogramm für die Mitschüler. Nachrichten, Moderationen sowie Comedyeinlagen oder Musik- und Kinotipps – „alles hat seinen Platz in so einer Radiostunde“, erklärt Wick, während sie auf eine Uhr an der Tafel deutet. Dort hat sie den Ablauf einer klassischen hr-3-Radiostunde eingezeichnet. Danach sind die Schüler weitgehend frei in der Produktion. Mit Mikrofonen, Laptops und Mischpulten machen sie sich an die Arbeit.

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„Wir haben einen Koffer mit allen nötigen Geräten zur Produktion erhalten“, berichtet der Lehrer des Radio-Wahlpflichtkurses, Yuriy Bogdanov. Ein Aufwand, der sich schon wenige Stunden später lohnen soll, als die erste Live-Sendung ansteht. Rund 20 jüngere Schüler finden sich dazu im Gemeinschaftsraum ein, wo Audioboxen aufgestellt wurden. Dort sollen sie dem zuhören, was die älteren „Rundfunkpioniere“ in den vergangenen drei Tagen auf die Beine gestellt haben. „Frei empfangbar sind wir eben noch nicht“, kommentiert Bogdanov schmunzelnd das Konzept. Eine Schulstunde lang sendet das Projektteam daraufhin das Programm, das vor allem aus schulinternen und lokalen Beiträgen besteht. Da finden sich Informationen zum anstehenden Fürstlichen Gartenfest auf Schloss Wolfsgarten ebenso wie der ein oder andere Musiktipp.

„Das wird nicht die letzte Sendung bleiben“, verrät Bogdanov. Das gesamte Schuljahr über will der Projektkurs der neunten Klasse noch einstündige Radiosendungen produzieren. Ganze sechs wollen die Schüler allein bis Weihnachten mindestens im Kasten haben. All das soll in enger Abstimmung mit Ariane Wick geschehen.

„Ich werde natürlich auch nach den Projekttagen der Coach dieser Gruppe bleiben. Das frische Material wird mir stets zugesendet und dann werde ich Rückmeldungen und Tipps geben“, verspricht die renommierte Moderatorin. Denn nicht zuletzt steht im Juni 2017 ein Wettbewerb der teilnehmenden Schulen an. Bei einer Preisverleihung in Frankfurt wird die beste der eingereichten Schulradio-Sendungen von einer hr-Jury bewertet. „Vier Stunden in der Woche treffen wir uns im kommenden Jahr“, sagt Lehrer Bogdanov. „Genug Zeit, um hervorragendes Material zu produzieren.“

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