Quartiersfest der Nassauischen Heimstätte

Kinder machen Jagd auf Stromfresser

Langen - Mit einem großen Fest im Quartier Südliche Ringstraße will die Nassauische Heimstätte ihren Mietern das Thema Energiesparen näherbringen. Hauptzielgruppe sind dabei die jüngeren Bewohner.

Das Quartiersfest am Samstag, 27. August, rund ums Thema Energiesparen ist Teil des großen Konzepts „Green Deal“, den Stadt, Stadtwerke und die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt (NH) im Jahr 2015 geschlossen haben. Dessen Ziel ist, den CO2-Ausstoß im Quartier zwischen Südlicher Ringstraße, Am Belzborn und Wilhelmstraße bis zum Jahr 2023 durch Modernisierung, effizientere Wärmeversorgung und eben durch ein bewusstes Verbrauchsverhalten der Mieter mindestens zu halbieren. Das zuständige Regionalcenter Offenbach der Nassauischen Heimstätte wird im Projektzeitraum die 352 Wohnungen im Quartier komplett modernisieren und insgesamt 23 Millionen Euro investieren, berichtet NH-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer. „Doch allein die Energieeffizienz der Gebäude reicht nicht aus. Wichtig sind die Bewohner, die durch ihr Verhalten den Energieverbrauch maßgeblich beeinflussen können“, so Fontaine-Kretschmer. „Wir möchten gerne schon unsere jüngsten Mieter für diese Idee gewinnen, denn das sind die Verbraucher von Morgen.“

Das Programm an diesem Samstagnachmittag liest sich dann fast wie ein großer Kindergeburtstag. Die Nassauische Heimstätte schickt die Jüngsten auf eine Stromfresserjagd. Im Entdeckerzelt forschen die Kinder mit Lupe und Detektivausweis nach Quellen der Verschwendung von Ressourcen. Das geöffnete Fenster bei laufender Heizung, Standby-Geräte oder der viel zu kalt eingestellte Kühlschrank sind Klassiker. Auf diesem Weg soll das Thema Energieeinsparung in die Familien gebracht und auch ein bisschen Ehrgeiz geweckt werden, wo man selbst besser werden kann. Spielerisch sollen dabei die Zusammenhänge von Nutzungsverhalten und Energieverbrauch vermittelt werden. Für Abwechslung sorgen das Dragomobil (Spielmobil der Stadt) und ein DJ des Jugendzentrums sowie Kinderschminken.

Natürlich richtet sich das Fest auch an Erwachsene. Die Stadtwerke bieten an ihrem Pavillon neben vielen Informationen eine Wasserbar an. Für das leibliche Wohl sorgt die Türkisch Islamische Gemeinde (DiTiB) mit einem Buffet. Mit einem Stand sind auch die Mitarbeiter von CariJob vertreten, einer Tochter des Caritasverbandes Offenbach. Sie bieten allen Mietern des Quartiers kostenlose Energiesparchecks an und stellen bei der Gelegenheit vielfältige Energiesparhelfer für den Haushalt vor. 29 Beratungen haben sie bereits im Quartier durchgeführt und wollen natürlich noch weitere Haushalte dafür gewinnen. Die städtische Umweltberatung informiert über Klimaschutz sowie Energie- und Stromsparen mit Broschüren und Flyern zum Mitnehmen. Kinder können dort Windräder basteln, Buttons herstellen oder eine Solarschildkröte und eine Solarspinne (bei gutem Wetter) laufen lassen. Das Fest startet um 15 Uhr auf den Freiflächen hinter den Häusern Südliche Ringstraße 126-135 und 149-151.

Wie sicher ist unsere Stromversorgung? Fragen & Antworten

Die energetische und soziale Quartiersentwicklung sei ein zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Unternehmensgruppe und das Langener Quartier in mehrfacher Hinsicht ein besonderes Projekt, betont Fontaine-Kretschmer. „Wir können dort sehr gut die Synergien aufzeigen, die sich aus der Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure ergeben. Ohne die auch ideelle Unterstützung der Stadt, Stadtwerke und Caritas würden wir bei unseren Anstrengungen zum Klimaschutz nur halb so weit kommen.“ „Wir freuen uns, dass es gelungen ist, mit dem Quartier der Nassauischen Heimstätte eines der fünf bundesweiten Pilotprojekte zur energetischen Stadtsanierung nach Langen zu holen“, sagt Erster Stadtrat Stefan Löbig. Das sei ein wichtiger Leuchtturm im Klimaschutzplan der Stadt und habe ja erfreulicherweise auch schon weitere Projekte nach sich gezogen. Der nach der Modernisierung angestrebte Gebäudeenergiestandard von 15 Prozent unter aktuellem Neubaustandard sei beeindruckend. Das Beratungsangebot für die Mieter ergänze hervorragend die von der Stadt initiierte Energiespar-Karawane für Eigenheimbesitzer.

Auch Manfred Pusdrowski, Chef der Stadtwerke, lobt die Kooperation mit dem Wohnungsunternehmen. Über das neue Blockheizkraftwerk an der Feuerwehr würden die Wohnungen im Quartier mit Wärme versorgt und nur so machten lokale Wärmenetze Sinn. ble

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

Kommentare