Ralph Leonhardt berät Groß & Klein

Koch aus Leidenschaft

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Küchenzeit bei Ralph Leonhardt und Kindern der Kita Am Steinberg: Nudeln schmecken einfach besser, wenn sie frisch und selbstgemacht sind – selbst kleine Skeptiker kommen an der Nudelmaschine schnell auf den Dreh für schönen, glatten Teig.  

Langen - Bei dem einen ist’s eine der zahlreichen Shows im Fernsehen, die die Lust aufs Kochen weckt, bei dem anderen die eigene Ernte von Balkon, Terrasse oder Garten. Von Marina Zimmer 

Was aber tut man, wenn man mit dem Kochen noch nicht so firm ist oder einfach mal wieder neue Inspiration fällig ist? Klarer Fall: Man fragt einfach einen etablierten Koch aus der Langener Nachbarschaft um Rat. Ralph Leonhardt ist genau so ein Exemplar – Koch aus Leidenschaft, offen für alle Fragen rund um Kochen und Ernährung. In Langen und Umgebung bietet er Kochkurse am heimischen Herd seiner Kunden an, übernimmt das Catering oder steht als Live-Koch bei Festen und Feiern an Herd oder Grill. 2012 hat der 44-Jährige seine Ausbildung zum Koch abgeschlossen, „aber gekocht habe ich schon viel früher und schon immer gerne“, verrät er.

Dennoch absolvierte Leonhardt nach der Schule erst eine Ausbildung als Erzieher und arbeitete viele Jahre in diesem Beruf. Freilich fand seine Leidenschaft zu Kochtopf und Pfanne auch dabei schon bald Ausdruck, indem er mit Kindern kochte und entsprechende Projekte anbot. Leonhardt ist in Teilzeit als Erzieher bei der Stadt Langen angestellt; in der Kita Steinberg leitet er den „Arbeitskreis Kinder kochen“ für das Personal der städtischen Tageseinrichtungen. Bislang ist das selbstständige Kochen und Kochkurse geben zwar nur ein zweites Standbein, jedoch fordert es zunehmend mehr Zeit ein. Das freut Leonhardt, der es toll findet, „wenn an der Herdplatte Gruppen zusammenfinden, die sich sonst vielleicht niemals gefunden hätten“.

Dank seiner durchweg positiven Erfahrungen mit Kochen im Kita-Alltag hat Ralph Leonhardt die Beratung von Kindertagesstätten in sein Portfolio als selbstständiger Koch aufgenommen – ebenso die Fortbildung von hauswirtschaftlichen Kräften aus Betreuungseinrichtungen. „Mir ist es wichtig zu wissen, was genau in meinem Essen drin ist“, betont der schlanke Koch, „denn nur so kann ich sichergehen, dass es ein wertvolles und gesundes Essen ist.“

Leonhardt hat während seiner Ausbildung viele Eindrücke in Groß- und Kleinküchen gesammelt, die seine Einstellung zu Kochen und Essen geprägt haben. „Ich will bewusst gegen die Welle des Convenience-Food schwimmen“, sagt Leonhardt. „Gerade auch, weil die Inhaltsstoffe in halbfertigen Gerichten und Zubereitungsmischungen aus Tüten bisher nicht langfristig erforscht wurden. Niemand weiß, was diese Stoffe einmal mit uns machen.“ Konsequenterweise nimmt der Koch damit einen ungleichen Kampf auf Ebene des Preises in Kauf, weil mit halbfertigen Zutaten sehr viel kostengünstiger kalkuliert werden kann. „Der Faktor Zeit ist es, der die Preise beispielsweise für ein Catering durch die längere Zubereitungszeit der frischen und wenn eben möglich regionalen Produkte in die Höhe treibt“, weiß Leonhardt. Dafür verspricht er kraft Auswahl seiner Zutaten einen Gaumenschmaus, den er ganz individuell nach Wünschen und Vorlieben seiner Kunden zusammenstellt. So kocht er nicht nur national, sondern sehr gerne auch international – privat am allerliebsten indisch. „ Ich mag die simple, gewürzreiche indische Küche“, verrät Leonhardt eine Vorliebe.

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Den aktuellen Kochtrend in Deutschland, der zu veganer Küche tendiert, hat Leonhardt ebenfalls nicht verschlafen. Während einer seiner Ausbildungsetappen in einer Frankfurter Kochschule konnte er viel von einem veganen Koch lernen. Dem weit verbreiteten Vorurteil, veganes Essen sei eintönig und fade, entgegnet Leonhardt: „Vegan kann man durchaus sehr phantasievoll kochen – sogar so kreativ, dass unwissende Genießer kaum schmecken werden, dass ihr Gericht keine tierischen Produkte enthält.“ Zudem hat Leonhardt der veganen Welle so manches neue Kochbuch in seinem Bücherregal zu verdanken. Die Literatur hilft ihm neben seiner eigenen Kreativität, den Horizont zu erweitern. „Ich habe mich in der gerade ausklingenden Spargel-Saison nicht davor gescheut, Spargel ins Dessert zu geben“, schwärmt der Koch aus Leidenschaft mit breitem Grinsen. Mehr will Leonhardt dazu an dieser Stelle nicht verraten – Interessierte sollten ihn einfach direkt darauf ansprechen.

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