Kein Schwimmen für Babys

Aus für Säuglings- und Kinderkurse in Schwimmschule

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Langen - Mitte Mai hatte eine Abordnung enttäuschter Eltern vor dem Kreishaus noch gegen das Aus der Schwimmschule RMW Aqua protestiert und eine Unterschriftenliste eingereicht. Nun ist so gut wie besiegelt, dass das seit 15 Jahren im Therapiebad der Erich-Kästner-Schule beheimatete Angebot (pädagogisches Frühschwimmen für Babys) eingestellt wird:

Die Elterninitiative um Tanja Demuth hat Post aus dem Kreishaus bekommen. Darin heißt es, dass der Fall von Landrat Oliver Quilling unter Einbeziehung der von den Eltern formulierten Einwendungen noch mal erörtert wurde. Fazit: Angesichts der Rahmenbedingungen erhalte man die Entscheidung aus diesem Februar aufrecht, die Schwimmkurse zu den Sommerferien hin zu beenden. Das bevorstehende Aus hat eine komplizierte Vorgeschichte. Ein Punkt, der gegen die Schwimmschule spricht: Die Kästner-Schule gilt nun als Ganztagsschule des Profils drei – demnach ist das Becken inzwischen bis 15.30 Uhr der Schule vorbehalten. Zum anderen kann Schulhausbetreiber SKE nach 16 Uhr keinen Hausmeister stellen.

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Landrat Quilling sieht die Priorität in der Nutzung des Schwimmbeckens bei den Schülern der Förderschule, für die das Becken eigens errichtet wurde. „Ein Therapie- beziehungsweise Bewegungsbad gehört zum klassischen Raumprogramm einer jeden Schule mit Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung und stellt eines der vielfältigen Förderangebote für die teils schwerstbehinderten Schüler dar“, heißt es in der Erklärung des Kreises. Die Organisation als Ganztagsschule erweitere nun diese Fördermöglichkeiten, hinter denen die Interessen einer außerschulischen Nutzung zurückstehen müssten, über den gesamten Schultag. Dazu kommt: Die Arbeitszeiten des in Schwimmbadtechnik geschulten Hausmeisters seien ungeachtet des fehlenden persönlichen Interesses durch arbeitszeitrechtliche Vorgaben nicht beliebig verlängerbar. Daraus folgt aus Sicht des Kreises, dass „die ganztägige Organisation der Schule, die Personalausstattung und die Betreiberverantwortung einer außerschulischen Nutzung des Therapiebades Grenzen setzen“.

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Sowohl bei den Eltern als auch bei Kursleiterin Roswitha Müller-Werner von RMW Aqua ist die Enttäuschung groß. „Die Stimmung ist im Keller, wir gehen davon aus, dass es das jetzt war“, sagt Müller-Werner. „Das müssen wir so hinnehmen. Mir tut es leid für die Familien, die jetzt nach neuen Angeboten Ausschau halten müssen. Das wird im Rhein-Main-Gebiet nicht einfach.“

cor

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