Besser als jede Tablette

Seniorenhilfe feiert 20-jähriges Bestehen mit 500 Gästen  

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Das Vorstandsduo der Seniorenhilfe, Gerlinde Krumm (Zweite von links) und Bernhard Knerr, erhält von Erster Kreisbeigeordneter Claudia Jäger das Gütesiegel „gelebte Integration“. Selver Erol, Leiterin des Kreis-Integrationsbüros (links), und Kollegin Semra Kanisicak sind erste Gratulantinnen.

Langen - Die Stadthalle ist mit fast 500 Gästen gefüllt, die Liste der Gratulanten ist lang, so mancher hat neben warmen Worten einen Obolus im Gepäck. Akademisch-langweilig wird’s bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen der Seniorenhilfe aber keine Sekunde. Von Holger Borchard 

Dem schiebt erstens der strikte Fahrplan des Vorstands einen Riegel vor und zweitens ein Bühnen-Duo, das sich gesucht und gefunden hat. Der städtische Fachbereichsleiter Constantin Strelow-Castillo ist als Moderator ein Volltreffer, wie das Publikum ruck, zuck feststellt – da wird schon mal erfürchtig das Wort „Rampensau“ geflüstert. Seinen genialen Bälle-Zurückspieler findet Strelow-Castillo in Martin Salomon, Leiter des städtischen Begegnungszentrums Haltestelle. Jenem obliegt die Laudatio. Die 20-jährige Erfolgsgeschichte der Seniorenhilfe zu beleuchten würde mühelos einen Nachmittag füllen. Salomon füllt lieber anderes: ein Glas nämlich, ein guter Rotwein darf’s zur Feier des Tages sein. Genüsslich prosten die Matadore sich auf das Geburtstagskind zu – welch eine köstliche Darbietung!

Das Geburtstagskind selbst kommt durch die Bank richtig gut weg. Sei’s im neuen, zehnminütigen Imagefilm Marke Eigendreh mit Grußbotschaft von Vereinsmitglied Nummer Eins, Dieter Pitthan, aus dessen Ferienresidenz im Burgenland, sei’s in den Festansprachen. Nicht mit leeren Händen gekommen ist zum Beispiel die Erste Beigeordnete des Kreises, Claudia Jäger. Sie überreicht dem Vorsitzenden Bernhard Knerr und seiner Stellvertreterin Gerlinde Krumm das Gütesiegel „Gelebte Integration“ des Kreises. „Die Seniorenhilfe ist erst der siebte Verein, der diese Auszeichnung seit 2012 erhält“, verrät Jäger. „Die Seniorenhilfe unterhält enge Kontakte zur türkisch-islamischen Gemeinde der Stadt und zum afghanischen Kulturverein im Kreis Offenbach. Sie fördert so die Teilhabe von Migranten am gesellschaftlichen Leben und den kulturellen Austausch, erhält also völlig zurecht dieses Gütesiegel“, unterstreicht Jäger.

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„Wir werden es am Mehrgenerationenhaus ZenJA anbringen“, entgegnet Knerr. „Da ist es bestens aufgehoben, denn die Angebote unseres dortigen engen Partners Mütterzentrum stehen den unseren in Sachen Integrationswert in nichts nach.“

Bürgermeister Frieder Gebhardt als Schirmherr der Geburtstagsfeier zitiert in seinem Grußwort den verstorbenen Gründungsvorsitzenden der Seniorenhilfe, Alfred Lorenz: „Ein gutes Wort kann mehr bewirken als eine Handvoll Tabletten.“ Ein Satz, der auf den Punkt bringe, was seit zwei Jahrzehnten die Arbeit der Seniorenhilfe und ihrer engagierten Mitglieder auszeichne: „Miteinander alt werden und nicht einsam und allein, sich helfen und helfen lassen, sich umeinander kümmern.“

Den Marathon, Urkunden, Ehrennadeln und Präsente in den eigenen Reihen zu verleihen, schenkt die Seniorenhilfe sich im Übrigen. Stattdessen gehen alle aktiven Helfer demnächst gemeinsam auf einen schönen Ausflug.

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