Pflanzenmarkt im Garten der Johanneskirche

Im Sinne der heimischen Tierwelt

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Mit leeren Händen muss keiner nach Hause gehen: Beim Pflanzenmarkt im Garten der Johanneskirche stehen vor allem heimische Gewächse im Mittelpunkt – natürlich ungespritzt.

Langen - Ob für den Garten oder den Balkon, ob auf der Suche nach Zier- oder Nutzpflanze, ob Verein, Schule oder Privatperson – im Garten der Johanneskirche kommen Naturfreunde zusammen und auf ihre Kosten. Von Sina Gebhardt 

Mit dem zweiten naturnahen Pflanzentauschmarkt legen die städtische Umweltberatung und die Evangelische Kirche Langen am Samstag Pflanzenliebhabern wieder die heimische Flora und Fauna ans Herz. „Es grünt so grün, wenn Hessens Blüten blühen“ möchte man den bekannten Musicaltext abwandeln. Überall stehen vorwiegend kleine Pflänzchen auf Tischen und Boden parat, bereit für einen kleinen Preis erworben oder auf dem dafür vorgesehenen „Tauschtisch“ im Gegenzug für eine botanische Spende mit nach Hause genommen zu werden.

Beschaulich ist es und von Massenandrang keine Spur. Knapp 15 Aussteller zeigen ihre botanischen Schätze und stehen mit Tipps und Tricks rund ums Gärtnern für den Austausch mit Gleichgesinnten bereit. „Es ist eine kleine, gemütliche Veranstaltung“, bestätigt Sandra Trinkaus vom städtischen Umweltreferat. 2014 fand der erste Pflanzentauschmarkt statt, ebenfalls mit freiem Eintritt und ebenfalls im Garten der Johanneskirche. „Hier ist es einfach schöner als vorm Rathaus“, gibt Trinkaus lächelnd zu.

Während sich draußen Besucher und Pflanzen am Sonnenschein erfreuen, dienen drinnen Kaffee und Kuchen zur Stärkung für die Vorträge. Fast durchgehend kann man sich über Themen rund um die heimische Natur informieren lassen: Den Anfang macht der Bienenzuchtverein Langen, anschließend gibt es eine Führung mit Petra Heberer vom Verein Naturgarten und Trinkaus referiert zum Schluss über die hiesige Natur und Jahreszeiten. Aber natürlich kann man sich auch an den jeweiligen Ständen im Freien schlaumachen.

„Es ist nicht zu groß, aber rege“, schätzt Udo Rach den Tauschmarkt. Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Ginkgo legt nicht zuletzt aus ökologischen Gründen Wert auf heimische Pflanzen, ist jedoch leider nur teilweise fündig geworden: „Unsere Gartengruppe braucht für den Teich eigentlich Filterpflanzen, aber Wasserpflanzen fehlen hier.“ Zumindest die Suche nach Mischkräutern war ein voller Erfolg, wie ein Blick hinter den Ausstellungstisch bezeugt.

Ungespritzten und vorwiegend einheimischen Pflanzen ist der Markt gewidmet – aus gutem Grund: „Es geht um Naturschutz und darum, dass wir diese Schöpfungen vorm Aussterben bewahren“, erläutert Heberer. Sie betont, wie wichtig naturnahes und vielfältiges Gärtnern ist, denn „wenn man verschiedene Lebensräume schafft, fördert man auch Insekten und gerade die Bienen sind stark bedroht.“ Das gehe zum Beispiel mit Nisthilfen im Garten oder auch auf dem Balkon – und sogar ganz unbedenklich: „Wildbienen sind solitär lebende Bienen und das heißt, sie stechen nicht.“

Mit dem „Dragomobil“ vom Jugendzentrum ist auch für die kleinen, zugegebenermaßen weniger interessierten Besucher für Unterhaltung gesorgt, sodass der Pflanzenmarkt bis 18 Uhr zu ganz entspanntem Stöbern, Austauschen und Kaufen einlädt. Und wer hier das eine oder andere Pflänzchen mit nach Hause nimmt, kann das im guten Wissen tun, ganz im Sinne der heimischen Tierwelt gehandelt zu haben.

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