Fotovoltaik-Module auf Langener Schulen

Wo Sonne Musterschüler sein darf

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554 Solarmodule produzieren auf den Dächern der Einstein-Schule Strom.

Langen - Wo immer er kann, lässt der Kreis Offenbach als Schulträger seine Schulen Solarstrom produzieren. Von Holger Borchard

26 Einrichtungen haben mittlerweile in diesem Sinne was aufs Dach bekommen, darunter drei in Langen: die Adolf-Reichwein- und Erich-Kästner-Schule an der Zimmerstraße sowie die Albert-Einstein-Schule an der Berliner Allee. Die Zahl ist imposant: Exakt 2 365 Fotovoltaik-Module verteilen sich auf die Dächer der drei genannten Langener Schulen, mehr als die Hälfte davon wurden allein an der Adolf-Reichwein-Schule verbaut. Geschehen ist dies im Herbst 2015 – seit Jahresanfang ist die Solartechnik aller drei Schulen am Netz und produziert Strom.

Der Clou: Den Kreis kosten Installation und Wartung der Solarmodule keinen Pfennig. Als Verpächter der Schuldächer hat er Verträge mit privaten Betreibern abgeschlossen, im Langener Fall mit der Hommel/Ditzel Photovoltaik GbR aus Biebergemünd. Die Vereinbarung rechnet sich für beide Seiten: Gestützt auf die Förderung gemäß Gesetz zum Ausbau erneuerbarer Energien (EEG), kann der Solarpartner dem Kreis den Strom für die Schulen zu deutlich günstigeren Konditionen verkaufen.

„Die Pachtverträge für die Solaranlagen auf den Schuldächern haben eine Laufzeit von 20 Jahren“, erläutert Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger, die sich jüngst vor Ort einen Eindruck von den Konstruktionen verschaffte und dazu aufs Dach der Einstein-Schule kletterte. Mindestens ebenso wichtig wie der monetäre Effekt für die klamme Kreiskasse ist der Ersten Beigeordneten freilich der ökologische Aspekt: „Mit der Installation von Fotovoltaikanlagen auf Schuldächern leisten wir einen Beitrag zum Klimaschutz“, unterstreicht Jäger. Bei Neubauten gehöre die Berücksichtigung solarer Energiegewinnung mittlerweile zum Standard, bei den Bestandsbauten versuche man, so effektiv wie möglich nachzurüsten. „Nächste Woche sind wir in Seligenstadt, wo zwei Schulen Solaranlagen bekommen – damit sind wir dann bei 28, an denen Sonnenstrom produziert wird“, ergänzt Klaus Ott, Leiter des Kreis-Fachdienstes Gebäudewirtschaft.

Beim Lokaltermin auf dem Dach der Langener Integrierten Gesamtschule sind auch Jens Hommel und Marco Ditzel, die Geschäftsführer der Partnerfirma aus Biebergemünd, mit von der Partie. Ihnen obliegt eine kleine Einführung in die technischen Daten der Anlagen (Details im unten stehenden Infokasten). „Die Anlagen auf den drei Langener Schuldächern bringen es auf rund 470 Kilowatt, das entspricht dem Jahresverbrauch von annähernd 200 durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalten“, verdeutlicht der Fachmann. Sein augenzwinkernder Zusatz: „Ein bisschen mehr Sonnenschein als in den vergangenen Wochen sollte es dafür allerdings schon haben.“

Mal eben mehr als 2 300 Module zu verbauen, war auch für das Biebergemündener Unternehmen kein Klacks. Allerdings brachten dessen Mitarbeiter langjährige Erfahrung und die Referenzen von circa 200 mit Fotovoltaikanlagen bestückten Schulen im Kreis Offenbach, rund um Hanau sowie im Main-Kinzig-Kreis mit. „Die Verträge über die Lieferung des Stroms müssen wir noch ausverhandeln“, lässt die Erste Kreisbeigeordnete durchblicken. Im Übrigen begrüße sie die Solar-Offensive sowohl in ihrer Eigenschaft als Baudezernentin als auch als Umweltdezernentin. „Der Strom wird vorrangig in den Schulen direkt verbraucht, Überschüsse an Wochenenden und in den Ferien fließen ins öffentliche Stromnetz. Wir gehen davon aus, dass die Schulen künftig mehr als die Hälfte ihres Strombedarfs mit Eigenproduktion abdecken.“

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