Bewegungsinitiative des Sportfördervereins

Stabwechsel unter Strippenziehern

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Vier Mann, ein Ziel – die „Bewegungs-Initiative für Langens Kinder“ bleibt in guten Händen. Die „Ü 70er“ Peter Carlstaedt (links) und Jochen Kühl (rechts) lassen nun Thorsten Stamm (Zweiter von links) und Daniel Schmidt-Ewerdwalbesloh die Strippen ziehen.

Langen - Mehr als 1000 Mädchen und Jungen sind gestern und am Montag wieder auf dem SSG-Sportgelände herumgetollt – die 13. Auflage des Bewegungsfests für Langens Schulkinder machte das möglich. Von Holger Borchard 

Letztmals mitten drin: Das Duo, das als Schrittmacher der „Bewegungs-Initiative für Langens Kinder“ gelten darf, nun aber die Verantwortung in jüngere Hände legt. Peter Carlstaedt und Jochen Kühl sagten in all dem Trubel leise servus. Sie gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge, daraus machen Peter Carlstaedt, langjähriger Vorsitzender des Sportfördervereins Langen, und TVL-(Basketball-)Urgestein Jochen Kühl als Koordinator und Strippenzieher keinen Hehl. „Die Welt geht nicht unter, wenn wir jetzt loslassen“, stellt Kühl trocken fest, „weder für uns noch für die anderen.“ Immerhin wisse man das Haus bestens bestellt und die Nachfolge geregelt. Die Aufgaben des Leiters der „Bewegungs-Initiative für Langens Kinder“ wird Daniel Schmidt-Ewerdwalbesloh übernehmen, der zugleich Vereinslotse der BI und Sportlehrer der Ludwig-Erk-Schule ist. Und ebenso wie Carlstaedt wie sein Nachfolger als Vorsitzender des Sportfördervereins, Thorsten Stamm vom KSV Langen, die Initiative fördern und unterstützen.

„Schön war’s schon – ich bin immer ganz beglückt nach Hause gekommen, wenn man so viele Kinder so fröhlich herumtollen gesehen hat“, sinniert Kühl. Nun gebe „die Ü 70 den Stab an die Jüngeren weiter“, scherzt er und verrät hochgeheime Sitzungs-Interna: „Nach den Sommerferien steht für uns beide die letzte Sitzung innerhalb der Steuerungsgruppe an, da muss Peter den Sekt spendieren und ich einen Kuchen beisteuern.“ Merke: Kühl’sches Backwerk mit Quark-Öl-Teig ist in Langens Sportlerkreisen weit über den Basketball-Tellerrand hinaus hochgeschätzt...

Dass die 13 kein Unglück bringen und die diesjährige Auflage von Bewegungsolympiade und Bewegungsfest auf keinen Fall die letzte sein wird, steht für die scheidenden Galionsfiguren außer Frage. „Wir haben da längst eine schöne Kontinuität drin“, sagt Jochen Kühl und Peter Carlstaedt nickt. „Die Grundschulen haben das Bewegungsfest im jährlichen Terminkalender. Dort hat sich ziemlich schnell die Erkenntnis durchgesetzt, dass es leichter ist, wenn jede Schule ihren Teil beisteuert, als ein solches Großereignis alleine auf die Beine stellen zu wollen. Nicht zuletzt haben die Erkenntnisse und Aktionen von fast anderthalb Jahrzehnten Bewegungsinitiative ganzjährig ihren Niederschlag im Unterricht gefunden.“

13. Bewegungsfest der Grund- und Förderschulen: Fotos

Lebhaft sind Carlstaedt und Kühl noch die Anfänge in Erinnerung: Anno 2003 berieten Turnverein, SSG, KSV, Tischtennis-Club und Karateverein im Rahmen eines Workshops unter dem Dach des Sportfördervereins, wie mehr Talente aus den Schulen in die Vereine geführt werden könnten. „Daraus hatte sich zunächst eine AG Talentsuche und Talentförderung gebildet, aus der heraus sich noch im gleichen Jahr die Bewegungs-Initiative für Langens Kinder entwickelte“, schildert Kühl.

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Um das Ganze auf professionelle Füße zu stellen, suchte man von Anfang an die Zusammenarbeit mit Kinderärzten, Sportwissenschaftlern und Hochschulen, die wiederum in vielfältige Impulse und Aktionen mündete. „Letztlich führte der Weg schnurstracks zur Bewegungs-Olympiade“, bilanziert Carlstaedt. „Diese ruht auf drei Säulen: erstens der verstärkten allgemein-motorischen Schulung, zweitens daraus resultierenden allgemein-motorischen Tests für alle Kinder und drittens als Höhepunkt das alljährliche Bewegungsfest mit Übergabe der Test-Urkunden an sämtliche Kinder.“

Zu guter Letzt gilt der Dank des Duos den vielen Unterstützern – Privatleute, Firmen, Stiftungen, Sportvereine: „Bei ihnen durften wir so oft als Klinkenputzer vorstellig werden, um das arg limitierte Budget des Sportfördervereins aufzustocken und Personal für die vielen Projekte zu gewinnen“, betont Kühl. „Wenn wir zum Abschied einen Wunsch frei hätten, dann den, dass diese Verbundenheit der Unterstützer sich noch lange fortsetzt.“

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