Nach Kündigung kein neues Domizil in Sicht

Hilferufe der Langener Tafel werden immer lauter

Langen - Die Situation für die Langener Tafel wird immer angespannter: Der Auszugstermin aus den Räumen am Wernerplatz rückt schnell näher, ein neues Domizil ist nicht in Sicht. Von Markus Schaible

Friedelgaard Pietsch ist die Verzweiflung in der Stimme deutlich anzuhören. Und dass die Vorsitzende der Langener Tafel schlaflose Nächte hat, glaubt man ihr sofort: Zum 31. Mai muss die Hilfsorganisation, die pro Woche etwa 300 bedürftige Menschen mit Lebensmitteln versorgt, die erst im Herbst 2014 bezogenen Räume in der Friedrich-Ebert-Straße 1 wieder verlassen (unsere Zeitung berichtete). Nach dem Tod des bisherigen Vermieters sollen sie an einen Investor verkauft werden. Dass es nicht leicht werden würde, Ersatz zu finden, war Pietsch von Anfang an klar, schließlich hat sie noch die langjährige Suche nach dem jetzigen Domizil in lebhafter Erinnerung. Doch dass auch nach mehreren Wochen noch nicht das kleinste Anzeichen auf eine Lösung sichtbar ist, sorgt Pietsch und ihr gut 50-köpfiges Helferteam sehr.

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„Jeder von uns fährt durch Langen und schaut“, sagt die Vorsitzende: „Wir haben uns auch schon etliche Sachen angesehen, aber konkrete Verhandlungen hat es noch nicht gegeben, weil einfach nichts passt.“ So gebe es im Gewerbegebiet zwar leer stehende Hallen, doch die seien mit 500, 800 oder gar 1000 Quadratmetern deutlich zu groß und zu teuer, ganz abgesehen davon, dass teilweise keine Heizung vorhanden sei. Benötigt werden Räume mit etwa 180 Quadratmetern für die Lebensmittelausgabe und den Wartebereich, zudem ist ein Lager erforderlich.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Ein Sponsor, der die Miete („sofern sie sich im vernünftigen Rahmen bewegt“) bezahlt, sei vorhanden, erklärt Pietsch. Grundsätzlich könne sich die Tafel über mangelnde Spendenbereitschaft der Bevölkerung nicht beklagen. Das freut die Vorsitzende natürlich sehr – aber: „Was nutzt uns das Geld, wenn wir bald keine Räume mehr haben, um unser von den Bedürftigen dringend benötigtes Angebot aufrechtzuerhalten?“ Vonseiten der Stadt, lässt Pietsch durchblicken, habe sie sich auch mehr Unterstützung erhofft. Dort werde das Engagement der Helfer zwar als überaus wichtig angesehen, doch Vorschläge für neue Räume seien noch nicht gemacht worden.

Wer der Langener Tafel bei der Raumsuche behilflich sein kann, erreicht die Ausgabestelle unter 06103/9607053 oder die Vorsitzende unter 0171/3824023.

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