Klein und familiär

Tausendfüßler-Kiga feiert 15. Geburtstag

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Die erste Generation von Krabbelkindern ist fast erwachsen: Der Mini-Kindergarten Tausendfüßler feiert dieser Tage seinen 15. Geburtstag. Von Anfang an dabei sind Manuela Marschik (links) und „Oma Doris“ Dumanovic. Nach zwei Umzügen findet sich die Einrichtung seit zehn Jahren in den Räumen der Johannesgemeinde in der Uhlandstraße 24a.

Langen - In der einen Ecke wird friedlich gemalt, in der anderen die Spielehöhle erkundet und auf dem Teppich mit dem magnetischen Baukasten die Schwerkraft getestet: Im Mini-Kindergarten Tausendfüßler herrscht munteres Treiben – und das nun seit inzwischen 15 Jahren. Seit der Vereinsgründung im Januar 2001 hat sich viel getan. Zeit, mit Leiterin Manuela Marschik zum halbrunden Geburtstag zurückzublicken. Von Sina Gebhardt 

„Früher war es verpönt, sein Kind in die U3-Betreuung zu geben, und man galt sofort als Rabenmutter“, erinnert sich die gelernte Erzieherin. Ihre beiden Kinder sind inzwischen erwachsen, doch damals hat sie selbst das Angebot der Mutter-Kind-Gruppe in den Kellerräumen der Stadtkirche genutzt – und Handlungsbedarf gesehen. „Alleine den Begriff ‚Kellerkinder‘ fand ich schrecklich. Außerdem hat sich schnell herumgesprochen, dass ich Erzieherin bin und das Interesse der Mütter an Betreuung war groß.“ Die damals 29-Jährige ergriff die Initiative und gründete den Verein Tausendfüßler, der sich rasch entwickeln sollte.

Gründungsmitglieder und Fördergelder waren schnell zur Hand, doch die geeigneten Räume fehlten. Nach langer Suche hatte Marschik im Einkaufszentrum Oberlinden einen Besichtigungstermin, an den sie sich noch gut erinnert: „Neben mir war noch ein weiterer Interessent da: Frieder Gebhardt, zu dieser Zeit noch Geschäftsführer der Awo. Wie sollte ich mit meinem kleinen Verein dagegen eine Chance haben?“ Doch das Glück – und Gebhardt – waren ihr hold, es kam zu einer Kooperation. „Ohne seine Unterstützung hätten wir nie so schnell anfangen können.“ Mit dem Einzug im September fiel der Startschuss und die anfängliche Zwei- und Drei-Tage-Betreuung für zehn Kinder musste bald aufgrund der stetig wachsenden Nachfrage ausgebaut werden.

Dem Bedarf konnten dann auch bald die Räume nicht mehr gerecht werden: „Es war ein super Start für uns, aber die Doppelnutzung mit den Senioren war nicht optimal.“ 2006 ging es deshalb in die Uhlandstraße 24a, in die renovierten Räume der Johannesgemeinde. Auf zwei Gruppen verteilt betreuen Marschik, vier Fach- und zwei Zusatzkräfte derzeit 20 Krippenkinder – inzwischen längst an fünf Tagen die Woche. Die Warteliste der U3-Betreuung ist voll, weiter ausbauen will die Leiterin den Minikindergarten aber nicht: „Wir sind klein, familiär und haben so ein intensives Verhältnis mit den Eltern – und das soll so bleiben.“

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Geblieben ist auch der Bezug zu Senioren, die sich die Tausendfüßler in Kooperation mit dem ZenJA „ausleiht“, wie Marschik es scherzhaft formuliert. So kommt Doris Dumanovic, von den Kindern und Erziehern gleichermaßen nur Oma Doris genannt, alle zwei Wochen in den Mini-Kindergarten – und das schon seit 15 Jahren, also von Anfang an. „Die Verknüpfung zwischen Jung und Alt funktioniert gut und ist einfach schön“, freut sich Marschik, wenn Oma Doris mit ihren Schützlingen spielt.

Ganz angekommen ist die Gründerin des Vereins, der derzeit 35 Mitglieder zählt, trotzdem noch nicht. Denn so wohl sie sich in der Uhlandstraße auch fühlt, es gibt dort noch ein Manko: Treppen. Deshalb ist das Ziel der Tausendfüßler-Leiterin, noch einmal umzuziehen – in eine ebenerdige Einrichtung.

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