Anwohner beschweren sich über Klein-Laster

Die Transporter vor der Haustür satt

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Wer bei dieser Park-Konstellation den Einmündungsbereich Flachsbachstraße / Wiesgäßchen einsehen möchte, hat schlechte Karten. Benachbarte Firmen haben es sich zur Angewohnheit gemacht, ihre Sprinter dort und in den umliegenden Straßen abzustellen.

Langen - Anwohner der Flachsbachstraße machen ihrem Ärger darüber Luft, dass vor ihren Häusern immer mehr Sprinter und Transportwagen parken. Von Cora Werwitzke 

Das Dilemma ist nicht neu: Die Klein-Laster gelten laut Straßenverkehrsordnung als Pkw und sind deshalb kaum von öffentlichen Parkflächen zu verbannen. Die Stadt verspricht aber, den Eigentümern der Transporter ins Gewissen zu reden. Vor zwei Jahren hat es angefangen, dass Sprinter vereinzelt in der Flachsbachstraße „übernachteten“. Seit einigen Monaten nimmt die Parkerei der Transporter allerdings Ausmaße an, die den Anwohnern bitter aufstoßen. „Es standen schon bis zu sechs Transporter herum“, schildern Petra und Reiner Beinhauer. „Nicht selten reihen sich drei hintereinander.“ Das Ehepaar wohnt im Einmündungsbereich Flachsbachstraße / Wiesgäßchen und bekommt deshalb häufig mit, „wie die Sprinter und Klein-Laster viel zu nah am Kreuzungsbereich parken, sodass man die Straße als Autofahrer nicht mehr einsehen kann“. Beinhauers wissen mehrere Anwohner hinter sich, die die Parkerei von Transportern direkt vor ihrer Haustür ebenfalls stört. Vor allem natürlich, wenn sie die Sicht an den Einmündungen einschränken, aber auch der Optik wegen: „Es gibt Leute, die sehen von ihrem Fenster aus nur noch Transporter.“ Tagsüber seien die Wagen häufig unterwegs, in den Nachmittags- und Abendstunden sammelten sie sich dann entlang der Flachsbachstraße und der angrenzenden Straßen.

Eine Firma, der die Autos zugeordnet werden können, haben Beinhauers durch einen Zufall ausgemacht. „Wir haben einen neuen Herd bestellt, der dann just von einem dieser Klein-Laster gebracht wurde“, so Petra Beinhauer. Es handele sich um eine Transportfirma um die Ecke, die im Auftrag eines großen Elektro-Markts Waren ausliefere. Beim Ordnungsamt der Stadt hat sich das Ehepaar schon mehrfach beschwert. Doch die Behörde könne nicht aktiv werden, weil die großen Autos laut Straßenverkehrsordnung als reguläre Pkw gelten und somit im öffentlichen Raum parken dürfen, gibt Reiner Beinhauer wieder.

Autodebakel - die größten Rückrufaktionen

Im Rathaus stößt die Beschwerde des Ehepaars auf Verständnis. „Es ist nachvollziehbar, dass sich die Anwohner gestört fühlen“, sagt Erster Stadtrat Stefan Löbig. Allein, gesetzlich gebe es keine Handhabe gegen die parkenden Sprinter. Anders verhalte es sich, wenn die Transporter tatsächlich den Sichtbereich an Kreuzungen einschränken. „Dann haben wir die Möglichkeit, Strafzettel zu verteilen“, so Löbig. Im Ordnungsamt habe man mittlerweile ermittelt, dass es sich um die Fahrzeuge mehrerer Firmen handele, fährt der Erste Stadtrat fort und verspricht, mit den Eigentümern der großen Autos in Kontakt zu treten und ihnen ins Gewissen zu reden. Darüber hinaus stellt er in Aussicht, dass die Flachsbachstraße im Dienstplan der Ordnungshüter verstärkt vermerkt werden soll – „sodass wir speziell ein Auge auf eventuelle Behinderungen haben“. Nach den Worten von Löbig erhöhen die Transporter, gerade wenn der Jahnplatz als Stellfläche durch den Wochenmarkt oder – wie aktuell – durch die Kerb wegfällt, den Parkdruck in der Stadtmitte.

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