Bund und Land zahlen 40.000 Euro für Sanierung von Mauerwerk

Jüdischer Friedhof: Verlass auf Uralt-Vereinbarung

Langen - Die Mauern, die den jüdischen Friedhof einfassen, sind in schlechtem Zustand. Weil Bund und Land 40.000 Euro bereitstellen, können sie aber in Kürze ausgebessert werden. Ein Steinmetzbetrieb aus Neu-Isenburg übernimmt das.

Die Sanierung erfolgt vor dem Hintergrund einer Vereinbarung, die noch aus den 50er Jahren stammt. Bund und Länder waren übereingekommen, anstelle der nicht mehr bestehenden jüdischen Gemeinden für die Instandhaltung der Friedhöfe zu sorgen, während die Pflege von den Kommunen übernommen wird. Der hiesige jüdische Friedhof liegt auf einer langgezogenen rechteckigen Fläche inmitten des städtischen Gräberfeldes und steht unter Denkmalschutz. Er ist komplett von einer hohen Sandsteinmauer umgeben. Die beiden Längsseiten messen je 70 Meter, die Breite beträgt zehn Meter. Flächenweise sind Fugen herausgebrochen, Steine lose oder fehlen. Zum Schutz der südlichen Umfassung wird die fehlende Abdeckung ergänzt. Die Arbeiten, die voraussichtlich am 31. August beginnen, dürften etwa fünf Tage dauern. Sie sind mit der Denkmalschutzbehörde und dem Landesverband jüdischer Gemeinden in Hessen abgestimmt.

Das Grab wird von Juden „Haus der Ewigkeit“ genannt. Das bedeutet, dass es nicht wie im Christentum nach einer bestimmten Zeit wieder abgeräumt wird, sondern für immer und ewig erhalten bleiben soll. Auch die frühere jüdische Gemeinde in Langen bemühte sich um einen eigenen Begräbnisort, denn es war ihr nicht gestattet, ihre Toten auf einem christlichen Friedhof beizusetzen. 1874 erwarb sie ein Stück Land neben dem kommunalen Friedhof, das bis 1935 als Begräbnisstätte diente. Die NS-Zeit überdauerte der jüdische Friedhof mit seinen 67 Grabsteinen ohne Schändung. Er ist nicht frei zugänglich. Für eine Besichtigung ist der Schlüssel bei der Friedhofsverwaltung erhältlich.

Bestattung auf Britisch

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