Stadtverordnete befürworten vorgeschlagene Zuschuss-Praxis

Weichenstellung für Awo-Kita

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Langen - Die Arbeiterwohlfahrt kann als Betreiber der geplanten Kindertagesstätte auf dem Gelände des DRK-Seniorenzentrums mit einem Zuschuss der Stadt rechnen. Das beschloss die Stadtverordnetenversammlung einstimmig. Von Markus Schaible 

24 Plätze für Ein- bis Dreijährige, 75 Plätze für Drei- bis Sechsjährige und alle dringend benötigt: Das von der Arbeiterwohlfahrt gemeinsam mit einem Investor (Unternehmensgruppe Domizilium aus Altenstadt) geplante Projekt stößt bei Stadtverwaltung und Politik auf große Gegenliebe. Im vorderen Bereich des Areals Frankfurter Straße 90 soll bis Herbst 2017 ein Gebäudekomplex entstehen, der neben barrierefreien Wohnungen, einer Seniorentagespflegeeinrichtung und Praxen eine Kindertagesstätte umfasst. „Wir werden damit die Betreuungssituation in unserer Stadt auf Dauer verbessern“, freute sich Monika Hoppe (SPD). Besonders positiv sei, dass Jung und Alt unter einem Dach unterkommen und somit gemeinsame Veranstaltungen denkbar seien. Die Arbeiterwohlfahrt sei ein zuverlässiger und kompetenter Träger für die Einrichtung, so Hoppe.

Die Union freut besonders, dass ein freier Träger und nicht die Stadt selbst den Betrieb der Kita übernehme: „Das ist eine Kernforderung der CDU Langen“, betonte Tobias Kraut. Seine Partei lege zudem Wert darauf, dass die Awo jede Möglichkeit nutzt, um Zuschüsse für das Projekt zu erlangen, damit sich der städtische Anteil verringert. „Ein tolles Konzept“, lobte Grünen-Fraktionssprecherin Martina Dröll. Sie wies aber auch darauf hin, dass die neue Kita die angespannte Situation bei der Kinderbetreuung nur verbessere, aber nicht grundsätzlich löse: „Das Hauptproblem sind immer noch fehlende Erzieherinnen.“

Die Stadt unterstützt den Bau der Kita einmalig mit 240.000 Euro, etwa für Möbel und Materialien. Zudem gewährt sie jährlich einen Betriebskostenzuschuss von 700.000 Euro. Ebenfalls im Parlament beschlossen: Künftig werden alle städtischen Kindertageseinrichtungen eine ständige Vertretung der Leitung haben. Dazu werden fünf Erzieherinnenstellen umgewandelt. Allerdings darf die Umsetzung des Beschlusses nicht zu einem Verlust von Betreuungsplätzen führen; dieser Passus war bei der Beratung des Magistrats-Antrags in den Gremien eingefügt worden. Die CDU enthielt sich, alle anderen Fraktionen stimmten zu.

Wie schon in den Ausschüssen einstimmig abgelehnt wurde das Ansinnen des Magistrats, in den städtischen Horten nur noch Erst- und Zweitklässler zu betreuen und dafür zusätzliche Kita-Plätze zu schaffen. Unumstritten war die finanzielle Unterstützung der Langener Tafel. Sie erhält auch in den neuen Räumen in der Carl-Schurz-Straße 15 einen Mietkostenzuschuss von jährlich 6 000 Euro. (cor)

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