Weinstube Rock au vin eröffnet

Kein Stress, bloß perfektes Hobby

Edle Tropfen im Glas, dazu Kulinarisches mit regio- und saisonalen Zutaten, serviert im überschaubar-gemütlichen Fachwerk-Ambiente: Für Franziska Radunz und Jörg Seebach hält die Feierabend-Gastronomie bislang, was sie sich versprochen haben.
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Edle Tropfen im Glas, dazu Kulinarisches mit regio- und saisonalen Zutaten, serviert im überschaubar-gemütlichen Fachwerk-Ambiente: Für Franziska Radunz und Jörg Seebach hält die Feierabend-Gastronomie bislang, was sie sich versprochen haben.

Langen - Auf den Tag genau heute vor zwei Monaten hat das „Gastro-Abenteuer“ von Jörg Seebach und Franziska Radunz begonnen. Das Paar hat im vormaligen Altstadtstübbche an der Fahrgasse 13 das Rock au vin eröffnet. Von Holger Borchard

Zeit für die erste Zwischenbilanz einer gastronomischen Anlaufstätte in der Altstadt, deren Macher bewusst Beschaulichkeit und Spaß an der Freud’ zum Leitmotiv ihrer Tätigkeit erklären. In der Küche kocht nur der Chef und sonst keiner – auch wenn der Laden brummt. Das hat er schon des Öfteren seit dem offiziellen Start Mitte September, doch Jörg Seebach empfand es keineswegs stressig, zumal „Brummen“ mit Blick auf das Rock au vin bedeutet: die 18 bis 20 Plätze an den vier großen Tischen sind belegt.

„So wollten wir es haben“, merkt Seebach nicht nur mit Blick auf die Platzkapazität an, sondern auch auf den Umstand, dass Franziska Radunz und er ihre Weinstube an der Fahrgasse überhaupt nur dreimal die Woche öffnen. Mittwochs, freitags und samstags ab 18.30 Uhr schenkt das Paar ausgesuchte Weine zu leckeren kleinen Speisen aus. „Essen und Trinken bedeuten für uns beide ein Stück Lebensfreude“, unterstreicht Franziska Radunz.

Liebe zu gutem Essen und gutem Wein

Um die Liebe zu gutem Essen und gutem Wein an andere weiterzugeben, reifte bei der 42-jährigen Industriekauffrau und ihrem fünf Jahre älteren Partner – er verdient nach wie vor als Informatiker seinen Lebensunterhalt – die Idee, das Fachwerkhaus an der Fahrgasse zum Weinlokal und die Passion zum Nebenberuf zu machen.

Neben-Beruf – diese Unterscheidung ist den Hobby-Gastronomen ungemein wichtig. „Wenn ich in der Küche stehe und koche, tue ich das genau so entspannt und mit innerer Befriedigung, wie ich es mir erhofft habe“, betont Jörg Seebach. „Und wenn ein schöner Abend in die gemütliche Verlängerung geht und man mit den Gästen über Weine fachsimpeln kann, ist das kein Stress, sondern perfekt.“ Entscheidende Anmerkung: „Wir sind nicht darauf angewiesen, mit der Gastronomie Gewinn zu erwirtschaften“, so Seebach. „Natürlich wollen wir keine Verluste fahren, aber unsere Ausgangslage ist schon deutlich freier von Zwängen, sodass wir genauso viel Freude haben wie unsere Gäste. Apropos: Ein kleines Stammpublikum hat sich bereits entwickelt. „Die Altstädter haben uns in ihrem Kreis willkommen geheißen, beim Eröffnungsabend war es richtig voll und inzwischen haben wir einen harten Kern regelmäßiger Gäste aus der Nachbarschaft.“

Weine, Kulinarik, Atmosphäre: An diesem Dreiklang feilt das Paar unverdrossen. „Die Tische haben wir schon dreimal umgestellt“, erzählt Seebach, „einerseits aus optischen Erwägungen, aber auch ganz simpel wegen des Platzes“. Der „gut ausgebauten“ Weinkarte lege man im Übrigen immer ein handschriftliches Blatt mit persönlichen Empfehlungen bei. „Und natürlich gilt: Für Fragen und Rückmeldungen zu unseren Weinen, aber auch für Anregungen und Tipps sind wir jederzeit offen“, so Service-Chefin Radunz.

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Hin und wieder wollen die Hobbygastronomen die Bewirtung um besondere Genussveranstaltungen bereichern. Deren Premiere steigt am Samstag, 23. November, mit einem Dinner samt Whisky-Tasting unter dem Titel „Edler Whisky trifft Schokolade“ des Langeners Michael Schmidt. „Auch ein Fado-Abend im Zeichen portugiesischer Küche und Weine ist in Vorbereitung“, verrät Seebach.

Weitere Informationen:

www.rock-au-vin.de

Zwei Monate Feierabend-Gastronomie – hält die Realität, was die Vorstellung versprach? „Absolut“, entgegnet Jörg Seebach ohne zu zögern. „Wir setzen hier in der Altstadt, wo es zum Beispiel gegenüber einst den Altvater gab, eine Tradition fort – und zwar genau so, wie wir es haben wollten. So kann es einfach nur weitergehen.“

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