Für Feuerwehr, Betriebshof und Wohnungen

Weites Wärmenetz geknüpft

+
Das neue Prunkstück der Stadtwerke in Sachen Energiewende: Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski (Zweiter von links) hat gemeinsam mit Erstem Stadtrat Stefan Löbig (rechts) und Stadtbrandinspektor Frank Stöcker (links) die neue Heizzentrale bei der Feuerwehr in Betrieb genommen. Das freut auch Waldemar Gallus. Er ist zusammen mit seinem Sohn der erste Bauherr aus dem Neubaugebiet Belzborn, der einen Wärmelieferungsvertrag mit den Stadtwerken abgeschlossen hat.

Langen - Die neue Heizzentrale der Stadtwerke nimmt ihre Arbeit auf: Auf dem Gelände der Feuerwehr erzeugt und verteilt sie fortan Wärme.

Langfristig soll sie aber nicht nur den künftige Erweiterungsbau der Wehr und den neuen KBL-Betriebshof, sondern auch 500 Wohnungen mit Energie versorgen. Als „Flaggschiff unserer dezentralen Wärmeversorgung“ bezeichnet Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski die neue Heizzentrale. Ausgestattet mit Blockheizkraftwerk und Gaskesseln, arbeitet sie mit einer Wärmeleistung von 1 500 Kilowatt. Untergebracht ist sie bei der Feuerwehr auf dem Gelände der alten Straßenmeisterei an der Darmstädter Straße. Die Anlage hat nach der Grundsteinlegung vor einem Jahr nun den Betrieb aufgenommen. „Die Heizzentrale arbeitet effizient und umweltfreundlich“, hebt Pusdrowski hervor, womit die Stadtwerke zur Energiewende beitragen wollen. Am Anfang läuft die Heizzentrale noch nicht auf Hochtouren, doch die Stadtwerke haben große Pläne mit der leistungsstarken Wärmequelle: Sie soll die geplanten Erweiterungsbauten der Feuerwehr und den künftigen Betriebshof der Kommunalen Betriebe (KBL) am Standort mit Wärme beliefern.

Aber nicht nur: Hinzu kommen bis zu 500 Wohnungen, die die Stadtwerke an ihre Wärmeversorgung anschließen wollen. Zum einen können sich die Immobilieneigentümer im Neubaugebiet Belzborn diese Leistung vertraglich sichern. Zum anderen haben die Stadtwerke mit der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt die Wärmelieferung vereinbart. Das betrifft die Gebäude der Wohngesellschaft im Quartier Südliche Ringstraße, der Wilhelmstraße und der Straße Am Belzborn. Sie werden schrittweise saniert und anschließend an das inzwischen verlegte Fernwärmenetz angeschlossen. Vier Wohnblocks aus diesem Bestand profitieren nun als erste von dem Konzept.

Für ambitionierte Bauherren: Wohnen in historischer Fabrik

Rund 900.000 Euro haben die Stadtwerke in den Bau der neuen Anlage investiert, hauptsächlich für die Technik. Weitere 800.000 Euro hat es gekostet, das zweieinhalb Kilometer lange Wärmenetz zu verlegen. Das Herzstück der Heizzentrale ist ein Blockheizkraftwerk mit einem Erdgasmotor, der Wärme und – über einen Generator – Strom erzeugt, der wieder ins Netz eingespeist wird. Durch die ortsnahe Verwendung der Abwärme können die Stadtwerke die eingesetzte Energie nutzen. Diese sparsame Kraft-Wärme-Kopplung setzt das Unternehmen schon seit vielen Jahren ein. Gegenwärtig betreibt es neun Blockheizkraftwerke. jrd

Kommentare