Stadt geht Weichen stellenden Schritt

Wohnbaugebiet Liebigstraße: Verhandeln, planen und bauen

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Großprojekt: Über einen Bauträger für das ehemalige Rodehau-Gelände (im Vordergrund) wird gerade verhandelt, das Gleisschwellenwerk (darüber) hat ein badisches Unternehmen gekauft. Den restlichen Bereich bis zur Nordumgehung und der Hans-Kreiling-Allee (rechts nicht mehr im Bild) will Bonava entwickeln.

Langen - Etliche Schritte wurden schon getan, viele weitere – kleine und große – müssen noch folgen, bis das Mega-Wohnbaugebiet Liebigstraße komplett realisiert ist. Von Markus Schaible 

Einen Weichen stellenden Schritt ist die Stadt nun gegangen: Sie hat einen städtebaulichen Vorvertrag mit einem Entwicklungsträger für den nördlichen und größten Teil des Gebiets geschlossen. Neuer Name, alte Bekannte: Das Unternehmen Bonava (NCC), das schon in großem Stil an der Elisabeth-Selbert-Allee tätig ist, wird nun auch im künftigen Wohngebiet Liebigstraße aktiv. Es übernimmt die Entwicklungsträgerschaft für den nördlichen Bereich – mit 20 Hektar der größte Abschnitt des Gesamtprojekts. „Dass Bonava den Zuschlag erhielt, ist Zufall“, betont Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD). An einem Interessenbekundungsverfahren für die Entwicklungsträgerschaft in diesem Bereich hatten sich sieben Firmen beteiligt; fünf waren in die engere Auswahl gekommen und durften ihre Ideen präsentieren, erläutert Simon Valerius, für Stadtplanung und Bauwesen zuständiger Fachdienstleiter im Rathaus. Bonava habe einfach das überzeugendste Konzept vorgelegt. Wert legt er auf die Feststellung, dass das Verfahren unter externem Management abgelaufen ist.

„Der Entwicklungsträger übernimmt nun das, was früher die Stadt gemacht hat, und entlastet uns damit finanziell“, erklärt Fachbereichsleiter Carsten Weise. Drei Schritte sind es, die Bonava in Angriff nimmt: Umlegung, Erschließung und schließlich Vorbereitung der endgültigen Bebauung.

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Bei der Umlegung müssen zuerst einmal baureife Grundstücke geformt werden – aktuell ist eine Vielzahl der Parzellen nördlich der bestehenden Bebauung nur wenige Meter breit, dafür aber teilweise über 100 Meter lang. Neben Kommunalen Betrieben (Betriebshof) und Stadt sind dabei 169 Eigentümer unter einen Hut zu bringen. Sie alle werden nun angeschrieben; im September soll es eine Informationsveranstaltung für sie geben. Für die Grundstücksbesitzer gebe es verschiedene Möglichkeiten, betont Valerius: Sie könnten ihre Fläche verkaufen, gegen ein baureifes Areal eintauschen oder gar weiteren Grund zukaufen. Das alles werde in den kommenden Monaten zu verhandeln sein. Nach den Worten von Bürgermeister Gebhardt schreibt sich Bonava dabei Fairness, Transparenz und ein nachvollziehbares Verfahren ganz groß auf die Fahnen. Ist sich die Firma mit den Eigentümern einig, muss sie sich um Bauleit-, Erschließungs- und Gebäudeplanung kümmern. Schritt zwei ist dann die Erschließung: Dabei hat Bonava Straßen und Versorgungsleitungen zu errichten.

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Danach geht es darum, die Bebauung vorzubereiten. Angesichts der Größe des Gebietes sei nicht damit zu rechnen, dass Bonava auf allen Flächen, die dem Unternehmen nach der Umlegung gehören, selbst baut. Aber unabhängig davon, wer am Ende wo die Häuser hochzieht, sei sichergestellt, „dass nicht alles gleich aussieht“, erklärt Valerius. In dem städtebaulichen Vertrag sei festgelegt, dass für die einzelnen Flächen Gestaltungswettbewerbe auszuschreiben sind. Festgelegt ist in dem Vertrag, dass Bonava viereinhalb Jahre Zeit hat – spätestens dann müssen die ersten Wohnbauprojekte starten. Bei der Stadt gehen die Fachleute aber davon aus, dass einzelne Gebäude bereits früher hochgezogen werden, wie Valerius feststellt.

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