Kommunale Betriebe stellen eigene Abfallcontainer auf

Zwei Fliegen mit einer Tonne

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Langen - Mit gebrauchten Klamotten und Schuhen lässt sich gut Geld verdienen. Deshalb gibt es auch in Langen viele Altkleidercontainer, zum Beispiel vom Roten Kreuz, aber ebenso von Gewerbetreibenden, die mit Aufklebern oder Aufdrucken gerne den Anschein erwecken, dass sie für Bedürftige handeln.

Sie machen dadurch einen guten Schnitt, zumal die Preise für Alttextilien gestiegen sind. Deshalb drängen kommerzielle Verwerter immer stärker in den lukrativen Markt. Dieser Entwicklung möchten die Kommunalen Betriebe (KBL) jetzt in Langen einen Riegel vorschieben, indem sie die Altkleidersammlung selber in die Hand nehmen. Mit den Einnahmen will Betriebsleiter Manfred Pusdrowski die Abfallgebühren stabilisieren. Die Erlöse würden somit den Bürgern zugutekommen. Dem DRK solle allerdings nicht das Wasser abgegraben werden. Deren 42 Container würden zunächst bleiben. Längerfristig will Pusdrowski allerdings in enger Abstimmung mit dem Roten Kreuz komplett auf KBL-Behälter umstellen und für ein einheitliches Erscheinungsbild bei der Altkleidersammlung sorgen. Die Hilfsorganisation würde dann anteilig an den Einnahmen beteiligt.

Aktuell haben die Kommunalen Betriebe 48 neue Container angeschafft, die in den vergangenen Tagen quer durchs Stadtgebiet aufgestellt wurden. Sie sind achatgrau und unterscheiden sich auch mit KBL-Schriftzug und Stadtsilhouette deutlich von den meist elfenbeinfarbenen Containern der gewerblichen Anbieter. 19 kommen auf Glascontainerstellplätze, die noch nicht vom DRK bestückt sind, die restlichen auf öffentliche Flächen und an Trafostationen der Stadtwerke, wo sie gut mit dem Auto erreicht werden können. Die Sammlung und Verwertung der Altkleider vergeben die Kommunalen Betriebe an ein Subunternehmen. Der Erlös für Alttextilien liegt derzeit bei 500 Euro je Tonne. Erfahrungsgemäß kommen je Einwohner im Jahr 10 bis 20 Kilo Alttextilien zusammen, was in Summe 200.000 Euro ausmacht, erläutert Pusdrowski. Was noch brauchbar sei, gehe über Zwischenhändler in ärmere Länder. Mit der neuen Regelung folgt Langen dem Beispiel vieler anderer Kommunen, die dem Wildwuchs der gewerblichen Containeraufsteller Einhalt gebieten. „Würden wir nichts tun, ginge das zulasten der gemeinnützigen Organisationen“, erklärt der KBL-Betriebsleiter. Deren Mengen würden stark zurückgehen, weil private Sammler den Markt zunehmend abschöpften.

Langener Markt 2014

Langener Markt 2014

Wenn ein funktionsfähiges kommunales Sammelsystem existiert, ist es nach der Gesetzeslage möglich, gewerbliche Altkleidersammlungen zu untersagen. „Das wird jetzt in Langen geschehen“, sagt Pusdrowski. Stadt und KBL würden nicht nur gegen die Aufstellung von neuen Containern vorgehen, sondern zugleich versuchen, die 30 vorhandenen Behälter von Privaten aus dem Stadtbild zu verbannen. Sie stehen hauptsächlich auf Grundstücken von Wohnanlagen und Supermarktketten. Der KBL-Betriebsleiter appelliert an die Bevölkerung, die kommunale Altkleidersammlung zu nutzen, um dadurch den kommerziellen Profitjägern Einhalt zu gebieten.

(ble)

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