Inventur im Mainhausener Gemeindewald

Insekten mögen Klimawandel

Mainhausen - Alles muss seine Ordnung haben, das gilt auch für den Wald. Und weil der eine große Bedeutung für die Menschen hat, regelt das Hessische Waldgesetz (HWaldG) die „Grundpflichten des Waldbesitzers“ wie folgt:

Waldbesitzerinnen und -besitzer haben ihren Wald zugleich zum Wohle der Allgemeinheit nach forstlichen und landespflegerischen Grundsätzen ordnungsgemäß, nachhaltig, planmäßig und fachkundig zu bewirtschaften und dadurch Nutz-, Schutz-, Klimasschutz- und Erholungswirkungen zu erhalten. „Planmäßig“ bedeutet, dass Staats-, Körperschafts- und Gemeinschaftwaldungen nach Betriebsplänen für in der Regel zehnjährige Zeiträume zu bewirtschaften sind. Einen solchen Plan samt Zielvereinbarungen für die kommende Dekade hat die Gemeindevertretung jüngst einstimmig beschlossen.

Die von Hessen-Forst erstellte so genannte „Schlussverhandlung zur Forsteinrichtung ist in verschiedene Kapitel gegliedert und gleicht einer Inventur für den Wald, erläutert Kurt Glogner von der Abteilung „Servicestelle Forstliche Betriebsplanung und Geoinformation“ von Hessen-Forst. Glogner, der in der Außenstelle in Groß-Umstadt arbeitet, betont, dass Schädigungen des Waldes nicht Gegenstand dieser Bestandsaufnahme sei. „Welche Baumarten in welchen Beständen wachsen und wie sich die Zahl und auch die Waldflächen gegenüber vor zehn Jahren verändert hat, gehört zum Beispiel zu unseren Themen “, sagt er.

Mehr als drei Viertel des knapp 393 Hektar großen Gemeindewalds sind – bedingt durch die nährstoffarmen Sandböden – von Kiefern bewachsen (76 Prozent). Der Rest der Fläche verteilt sich auf Laubbäume. Acht Baumartengruppen listet Glogner in seinem Bericht auf. Auch die Nachwirkungen des Orkans Wiebke, der vor 26 Jahren über Deutschland hinwegfegte, ist heute noch spürbar. So seien damals zur Aufforstung Bäume aus Regionen umgepflanzt worden, die ein anderes Klima gewohnt waren und in hiesigen Gefilden weniger gut gedeihen. Auch der Klimawandel mache sich bemerkbar. Die zunehmende Wärme begünstige die Ausbreitung von „Insekten jeglicher Art. Zu den Zielen gehört eine möglichst natürliche Entwicklung des Waldes und eine Steigerung der Artenvielfalt. (sig)

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