Spendengelder für Ausbildungsschulen

Kongolesischer Pfarrer Bonaventura zu Gast

Mainhausen - Zum sechsten Mal seit dem Jahr 2004 war der katholische Pfarrer Dr. Mbumba Bonaventura für einige Tagen zu Gast im Pfarrhaus in Mainflingen bei Mainhausens Seelsorger, Pfarrer Bernhard Gugerel.

Die zentralafrikanische Republik Kongo ist ein großflächiger Staat, etwa fünfmal so groß wie Deutschland, es leben dort rund 70 Millionen Menschen. Nach Unruhen und Bürgerkrieg in der Vergangenheit sei das Land mittlerweile befriedet, so Pfarrer Mbumba Bonaventura, Arbeitslosigkeit und Armut seien aber nach wie vor gravierend hoch. Bonaventura war neun Jahre lang Leiter des Priesterseminars im kongolesischen Bistum Bouma, unterrichtete auch in deutscher Sprache. Seit einem Jahr gibt er Seminare als Professor für Moraltheologie, zeichnet verantwortlich für zwei weitere katholische Bistümer im Kongo sowie 122 Studenten und Priesteramtsanwärter. In seiner Heimatregion in einem anderen Teil des Kongo hat er vor mehr als zehn Jahren damit begonnen, vorwiegend mit Spendengeldern aus Europa, eine Berufs- und Ausbildungsschule aufzubauen. Das Projekt erlebte im vergangenen Jahr einen herben Rückschlag: Eine Brücke, die eine wichtigte Transportverbindung darstellt, ist eingestürzt und konnte seither nicht wieder aufgebaut werden.

Bei der Ansiedlung der Ausbildungsschule konnten über die Jahre auch aus Spendengeldern aus Deutschland und dem hiesigen Ostkreis sieben Häuser errichtet werden. Zwei davon dienen als Internat mit Schlafräumen. Fünf weitere Gebäude werden vor allem für Unterrichtsräume, Werkstätten und Essenssäle für die mittlerweile 130 gemeldeten Auszubildenden genutzt. Ausbildungsberufe dort, die einheimischen Jugendlichen eine Zukunft bieten können, sind derzeit: Mechaniker, Elektroanlagen-Installateur und Kfz-Mechatroniker sowie Büroberufe wie Bürokauffrau und Datenerfassung. Allein im Jahr 2014 konnten Schulbänke aus Spenden im Wert von 3000 Euro angeschafft werden. Der kongolesische Staat übernimmt lediglich die Kosten für die Lehrkräfte, nicht aber für Gebäude, Verpflegung und Ausbildungsequipment – wie Geräte und Maschinen oder EDV. „Oft wissen wir sonntags noch nicht, welche Verpflegung wir den Schülern und Lehrern ab Montag und für die kommende Woche anbieten können. Manchmal fehlt es einfach an allem“, sagte Bonaventura beim Besuch in Mainhausen, den er mit der Bitte um weitere Unterstützung verband. Es soll Hilfe zur Selbsthilfe sein, wie er betont – „somit keineswegs ein Fass ohne Boden“.

Pfarrer Bernhard Gugerel stellte Dr. Bonaventura die eher rhetorisch gemeinte Frage, ob er angesichts des erlebten Elends dort nicht lieber in Deutschland bleiben wolle, wo es vergleichsweise leicht falle, etwas zu essen zu finden. Seine Antwort: „Ich will zurück! Wer, wenn nicht ich, soll sich mit um die jungen Menschen kümmern, deren Zukunftsprojekt ich mir mit zur Lebensaufgabe gemacht habe...?“ Auch die Finanzierung seiner Dank- und Bittreise nach Italien und Deutschland habe sich dieses Mal besonders schwierig gestaltet. Er habe einen Kredit aufnehmen müssen, dessen Rückzahlung noch Probleme bereiten werde. Ohne Visum, offizielle Einladung aus Deutschland, nachgewiesener privater Krankenversicherung sowie der Verpflichtungserklärung eines „Bürgen“ hätte Dr. Bonaventura die Reise gar nicht antreten können.

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In Mainflingen und Zellhausen trat der kongolesische Geistliche und Gelehrte als Mitzelebrant bei Messen auf und führte zahlreiche persönliche Gespräche mit Freunden und Bekannten. Die Hilfe für sein Projekt sei als Investition anzusehen. Die Jugendlichen sollen durch ihre Ausbildung einmal für sich selbst sorgen können und damit auch als Vorbild für andere dienen. In Planung sind für nächstes Jahr der Bau eines dringend benötigten Technikgebäudes für umgerechnet etwa 40 000 Euro sowie zusätzlich der eines weiteren Konferenz- und Seminarraumes für etwa 50 .000 Euro.

Spenden können zu den Öffnungszeiten im Pfarrbüro Mainflingen abgegeben werden oder unter dem Stichwort „Kongohilfe“ auf das Konto der katholischen Pfarrgemeinden Mainhausen, IBAN DE98 5056 1315 0001 3192 64, überwiesen werden. Bonaventura versprach auch weiter über den Fortgang des Projektes zu informieren. Kontaktieren kann man ihn per E-Mail an mbumbangu@yahoo.fr (tku)

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