Alle können sparen helfen

Bürgermeisterin bringt Klimaschutzkonzept ein

Mainhausen - Knapp 250 Seiten umfasst das Klimaschutzkonzept, das Bürgermeisterin Ruth Disser in der Gemeindevertersitzung am Dienstagabend im Bürgerhaus Zellhausen eingebracht hat. Von Oliver Signus

Die Gemeinde verpflichtet sich als Unterzeichner der Charta „100 Kommunen für den Klimaschutz“ Emissionen zu reduzieren, die Energieeffizienz zu erhöhen und verstärkt erneuerbare Energien einzusetzen. Ein wesentliches Element des Konzeptes ist das Aufzeigen von Potenzialen und das Festlegen von Leitbildern und Zielen für die sparsame Energieverwendung und die „klimaschonende“ Energieerzeugung in Mainhausen. Dies soll Basis für das Handeln der Gemeinde sowie aller in der kleinsten Ostkreiskommune lebenden und arbeitenden Menschen in den kommenden Jahren sein. Themen wie „Energetische Gebäudesanierung“ und „Nutzung der Solarenergie“ waren bereits Inhalt zweier Workshops unter Leitung von Fachreferenten.

Im mehr als 60-seitigen Maßnahmenkatalog heißt es unter anderem, dass mit der Etablierung eines kommunalen Energiemanagements eine effiziente Bewirtschaftung der kommunalen Liegenschaften organisiert werden soll. Dazu gehören Aufgaben wie die technische und organisatorische Optimierung von Betrieben, Planung und Umsetzung solcher Maßnahmen, Verbrauchserfassung und -kontrolle und vieles mehr. Beispiele aus anderen Kommunen zeigten, dass mit Hilfe eines solchen Managements Verbrauch und Kosten „deutlich“ gesenkt werden können.

Weitere Maßnahmen sind die energetische Sanierung von gemeindeeigenen Gebäuden, wie etwa dem Bürgerhaus Mainflingen oder dem katholischen Kindergarten in Zellhausen. Dort sind die Modernisierungsmaßnahmen abgeschlossen, die Arbeiten am Bürgerhaus in Zellhausen sind im Gange. Vorhaben geraten aber auch ins Stocken, weil das Geld knapp ist. So sind Optimierungen an den Lüftungsanlagen der Sporthalle Zellhausen und des Bürgerhauses Mainflingen aus diesem Grund zurückgestellt.

Effiziente Beleuchtung in Form von LED-Lampen sind eine weitere Maßnahme. Die Umrüstung in den gemeindeeigenen Gebäuden soll bis 2018 abgeschlossen sein. Die Straßenbeleuchtung soll in den kommenden Jahren ebenfalls sukzessive umgestellt werden, um den Stromverbrauch um bis zu 80 Prozent verringern. Auch sollen die Mitarbeiter sensibilisiert werden, um sparsam mit Energie umzugehen. Hausmeister sollten entsprechend geschult werden. Immerhin könne der Energiverbrauch um bis zu 20 Prozent sinken, wenn die Mitarbeiter der Verwaltung entsprechend umsichtig seien, heißt es in der Aufstellung.

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Verschiedene Beratungsangebote will die Gemeinde ebenfalls aufbauen, um ihre Ziele zu erreichen. Das gesamte in Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Ingenieur- und Planungsbüro Infrastruktur & Umwelt, Professor Böhm und Partner erarbeitete Klimaschutzkonzept ist auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlicht.

„Das Konzept baut auf den laufenden Aktivitäten in Mainhausen auf, insbesondere auch auf den seitens der Gemeinde erstellten ,Aktionsplan Klimaschutz’, der eine Grundlage für die Gewährung von Fördermitteln des Bundes zur Konzepterstellung war“, so Disser weiter.

Da Konzept sei bereits Anfang des Monats allen Gemeindevertretern zugestellt worden. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag, 29. September, 20 Uhr, im Bürgerhaus Zellhausen, wird es ausführlich behandelt. Dann sind auch Fachleute des Ingenieurbüros zu Gast.

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