Ostkreis-Kunden beschweren sich

Ausfall von Busfahrten der Linien 85, 86 und 567

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Weil Busfahrer krank gemeldet waren, fielen diverse Viabus-Verbindungen aus.

Ostkreis - Buslotterie: Kommt er, oder kommt er nicht? Viele Monats-, Wochen- oder Jahreskartenbesitzer fühlen sich derzeit an den Haltestellen im Ostkreis zu gewissen Uhrzeiten um ihr Ticketgeld geprellt. Von Thilo Kuhn

Die BRH Viabus-GmbH, die für den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) die Buslinien 85, 86, 567 (von Zellhausen über Seligenstadt nach Hanau) und ab Obertshausen die Flughafenlinie 651 bedient, hat ihrer Meinung nach den Bogen überspannt. Bei den Fahrgästen ist reihum schon von „russischem Busroulette“ oder von „Buslotterie“ die Rede. Allein in der (vergangenen) 32. Kalenderwoche sei am Dienstag und Mittwoch die in Zellhausen startende erste Busverbindung des Tages der Linie 85 (über Seligenstadt und Froschhausen nach Obertshausen) morgens um kurz vor 5 Uhr jeweils ersatzlos ausgefallen; am Mittwoch auch der weiterführende Bus der Linie 651 (um 5.51 Uhr ab Obertshausen über Heusenstamm, Neu-Isenburg bis nach Frankfurt-Flughafen). Dies allein habe eine etwa dreistellige Zahl von Berufspendlern betroffen. Darunter auch Pendler aus dem Ostkreis, die wegen der Lage ihres Arbeitsplatzes nicht die S-Bahn, sondern diese Busverbindung ab Obertshausens S-Bahnhof nutzen wollen oder müssen. Für Erwerbstätige mit festen Arbeitszeiten sei diese Unzuverlässigkeit der in Zellhausen ansässigen Firma BRH Viabus aufgrund der diversen Verspätungen schon zum Problem geworden. Für andere mit Gleitzeit sei die ohnehin planmäßig schon bis zu eineinhalbstündige einfache Anfahrt zur „unendlichen Geschichte“ mutiert.

Auch auf dem umgekehrten Weg waren, insbesondere in den vergangenen Schulferienwochen, bereits diverse Ausfälle zu beklagen. Motto: Wenn die Hinfahrt ausfällt, muss die Rückverbindung naturgemäß auch ins Leere laufen. Es soll ab und an in den Morgenstunden schon vorgekommen sein, dass zu spät in Zellhausen startende Busfahrer der Linien 85 oder 86 Mainflingen und Klein-Welzheim mit all ihren Haltstellen komplett liegen ließen, um schnell noch direkt über Seligenstadt nach Obertshausen einigermaßen zeitnah zu kommen. Die in früheren Fällen den Buskunden schon angebotene „Entschädigung“, bei Ausfällen ein Taxi zu rufen und die Rechnung zur Erstattung einzureichen, hat nach Fahrgastangaben Unwägbarkeiten: Er muss das Geld bar vorlegen, sich eine Quittung vom Taxifahrer ausstellen lassen und diese dann mit Angabe der Bankverbindung und in der Hoffnung auf Erstattung beim Busbetreiber einreichen: „Ein unverhältnismäßiger Aufwand.“ Alternativ muss er persönlich mit der Quittung beim Busbetreiber vorstellig werden.

Meistens werde nach einer ausgefallenen Verbindung in den Besetzungsplänen dafür „gesorgt“, dass die nächste Verbindung wieder klappt. Bedeutet in der Praxis: Wenn man nach vergeblichem Warten entnervt ein Taxi ruft und es dann eintrifft, „ist oft die Nachfolgefahrt, je nach Ziel 30 oder 60 weitere Minuten später, im Ankommen.“ Die Einarbeitung eines oder gar mehrerer neuer Busfahrer erinnert viele Kunden an ein schon in vergangenen Jahren aufgetretenes Personalproblem: (Planbare) Urlaubsausfälle und zusätzlich nur schwer einplanbare Krankheitsausfälle bei den Busfahrern sollen das Besetzungskonzept ins Wanken gebracht haben.

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Andere Fahrgäste aus dem Ostkreis beklagen den teilweise schlechten technischen Zustand vieler eingesetzter Busse, die außerdem häufig innen verschmutzt seien (Sitze). Haltestangen seien nur halb befestigt, und die Klimaanlagen in der Sommerhitze seien entweder defekt, zu schwach oder werden nicht genutzt von den Fahrern. Oder deren Wirkung werde durch ständig geöffnete Fenster aufgehoben. Auch die 33. Kalenderwoche begann für Buspendler der Linie 85 zwischen Zellhausen und Obertshausen mit Ausfällen. Bereits die erste Verbindung der Linie 85, die kurz vor 5 Uhr in Zellhausen starten sollte, fiel ersatzlos aus, ebenso die Nachfolgelinie 651 von Obertshausen nach Frankfurt Flughafen, die um 5.51 Uhr in Oberthausen am dortigen Busbahnhof nahe der S-Bahnstation hätte starten sollen.

RMV-Sprecherin Petra Eckweiler begründete den Ausfall gestern mit einer Reihe von kurzfristigen Krankmeldungen bei einem Subunternehmer von Viabus. Doch habe sich das Problem „mittlerweile wieder erledigt“. Beschwerden sollten aber unbedingt an den Rhein-Main-Verkehrsverbund gemeldet werden. Infos und Kontaktadressen finden sich auf www.rmv.de.

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