Stadt bedauert die Absage

Nun doch: Aus für Mühlentag

+
Optisch pure Idylle, inhaltlich momentan eher nicht: Das Fest zum Mühlentag, immer einer der großen Lockrufe mit historischem Mehrwert, ist abgesagt. Als ausschlaggebend für seine Entscheidung nennt der Geschichtsverein einen Kran auf dem Gelände.

Mühlheim - Das Mühlenfest, einer der großen Mühlheimer Lockrufe, ist abgesagt. „Wir tun das schweren Herzens, aber die Einschränkungen durch die Bautätigkeit lassen uns keine andere Wahl“, heißt es von den Historienbewahrern. Von Marcus Reinsch

Mit „Bautätigkeiten“ sind nicht Reparaturen an der Mühle gemeint. Hauptursache sei der „dominierende Baukran im Hof des Geländes“. Der steht dort, weil er für den Bau eines Wohnhauses auf dem Nachbargrundstück gebraucht wird. Die Erben der letzten Mühlheimer Müllerin Antonie Krebs hatten das bei Verfechtern der reinen Historiker-Lehre als Ensemble geltende Areal aufgeteilt. Der Mühlenteil selbst gehört mittlerweile der Stadt, das Grundstück südlich davon hat ein Paar als Grund für besagtes Privathaus gekauft.

Der mittlerweile gestellte Kran überrage allerdings „alles und beeinträchtigt den Blick auf das Wahrzeichen der Stadt erheblich“, meint der Geschichtsverein. Aber auch wegen der „Bauzäune und der Gefahren, denen sich der Besucher durch die Bautätigkeiten ausgesetzt sehen“, sei die Absage des Mühlenfests die notwendige Entscheidung. Zudem sei das Sitzplatzangebot auf dem Mühlengelände momentan eingeschränkt.

„Man würde uns hinterher fragen, wieso wir unter diesen Umständen das ansonsten stets gut besuchte Mühlenfest überhaupt abgehalten haben“, schreibt der Verein. Ihm sei im Übrigen „an einem gut nachbarschaftlichen Verhältnis gelegen“. Nun überlege er, das Fest auf Anfang Herbst zu verlegen. Die Beteiligten - der Mühlentag war immer ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Vereine und anderer Gruppen - seien zwischenzeitlich schriftlich informiert worden.

Andrang im Mühlheimer Wahrzeichen

Die Stadt reagierte gestern umgehend. Sie bedauere die Absage des Mühlentages durch den Geschichtsverein, sagt Bürgermeister Daniel Tybussek. Denn „wir hatten als Eigentümer zugesagt, das nun städtische Gelände wie gewohnt zur Verfügung zu stellen und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten“. Und dazu hätte, wie er bereits bei der Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins deutlich versichert habe, „auch ein Abbau oder Versetzen des auf dem städtischen Grundstück aufgestellten Krans gehört, der ohne Genehmigung auf einer nicht vereinbarten Stelle steht“.

Leider sei die Stadt in den weiteren Entscheidungsprozess nicht eingebunden gewesen. Sollte der Verein das Mühlenfest nachholen wollen, „werden wir diese Veranstaltung selbstverständlich unterstützen“, verspricht Tybussek.

Impressionen vom Mühlentag

Kommentare