Platz für Nachmittagskinder

Abschluss der Projektwoche an der Markwaldschule

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Achtung Totenkopf! Kinder der Markwaldschule durften sich bei der Projektwoche kreativ austoben. Zum Abschloss bewunderten Eltern, Freunde, Gäste die Ergebnisse.

Mühlheim - Wie dicke Kinder dünner werden und weshalb es sinnvoll ist, Nachmittagsbetreuung nicht zu eng zu planen, zeigte das Abschlussfest der Projektwoche an der Markwaldschule. Besonders laut diskutiert zwischen Bastelkram und Buntstiften: beruhigende Beschlüsse des kommunalen Parlaments. Von Stefan Mangold

Das Abschlussfest der Projektwoche lässt erahnen, was bald an der Markwaldschule möglich sein wird. Gewusel auf den Gängen – und das weit nach dem Schlussklingeln. Wenn das neue Gebäude für die Nachmittagsbetreuung fertig ist, wird’s sicherlich ähnlich lebhaft. Bevor Annette Christoph die Feier eröffnete, erzählte die Leiterin eifrig von den positiven Beschlüssen des kommunalen Parlaments. Der Kreis Offenbach überlässt den Grund, die Stadt Mühlheim baut die Immobilie, die neben der Schule entstehen soll. Ein Fehler soll dabei auf jeden Fall vermieden werden. Die Grundschule besuchen aktuell 180 Kinder. Im Moment kommen davon 25 in der Nachmittagsbetreuung unter, zwischen 30 und 40 stehen auf der Warteliste. Falsch wäre, das Gebäude für gerade mal 70 Kinder zu planen, um Geld zu sparen, sagt Annette Christoph. Denn dann drohe die Gefahr, dass der Platz trotz Neubau vorne und hinten nicht reicht. Die Schul-Chefin zeigt sich beruhigt, dass die Konzeption des Parlaments von Platz für alle Schüler ausgeht.

Neben Politischem gab’s auf dem Fest auch reichlich Stoff zum Plaudern. Pädagogin Isabel Knaf koordinierte im Vorfeld die 16 Projekte. Dazu gehörte auch ein Kurs, den der gelernte Koch Timo Lindl gab, Vater eines Schulkindes. Denn auch beim Thema Ernährung müssen Grundschulen heute fern von Rechnen- und Lesenlernen Erziehungsaufgaben übernehmen.

Vergleiche von Klassenfotos aus den siebziger Jahren und heute verdeutlichen, warum die Umsätze der Fast-Food- und Süßwaren-Industrie seitdem tüchtig gestiegen sind. Übergewicht hat fatale Folgen, die zunehmend auch falsch ernährte Kinder quälen – zum Beispiel Diabetes. Der Koch erklärte, wie schmackhaftes und kalorienarmes Essen auf den Teller kommt. In der Markwaldschule gibt es ohnehin seit Längerem die Regel, dass niemand Milchschnitten, Schokoriegel oder Apfelschorle zum Frühstück mitbringen darf.

Fehlende Bewegung sei ein weiteres Problem, erklärt Christoph. Sie setzt beim Thema Nachmittagsbetreuung auch auf Kooperationen mit Sportvereinen. Einen Probelauf gab’s während der Projektwoche, unter anderem mit den Handballabteilungen der SG Dietesheim und der Sportunion. Max Schmid und Gabriele Poppenhäger trainierten die Markwald-Kinder genauso in der Anton-Dey-Halle wie Gerhard Wander von der Hockey-Abteilung des ORV Offenbach. „Andere Schulen wichen für uns aus“, bedankt sich Annette Christoph bei Kollegen. Zumindest die neu geschaffene Handballmannschaft will sich auch bei Turnieren beweisen.

Klaus-Peter Daube vom Budo Club Mühlheim zeigte Kindern beim Judo, wie sich ein Angriff des Gegners auf sanfte Art kontern lässt. Und Ivo Puch von der Tennisschule Return unterrichtete die Schüler in der Sportart, die in den achtziger und neunziger Jahren durch Boris Becker und Steffi Graf einen Boom erlebte. Wer in Zukunft nicht selbst zum Löschen raus will, sollte hoffen, dass die Freiwillige Feuerwehr möglichst viel Nachwuchs werben kann. Vielleicht sorgten die Projekt-Besuche des Brandschutzbeauftragten Rolf Horcher und Björn Kürklü von der Jugendfeuerwehr für Interesse. Ex-Schulleiterin Monika Bedel richtete zudem mit Ehemann Hubert ein Insektenhotel ein. Im Kurs von Kornelia Eckl probierten sich auch Jungs mit Geschick an der Nähmaschine aus.

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