Kreis holt Schule rechtzeitig aus seiner Raumnot

Acht neue Klassenzimmer für Friedrich-Ebert-Gymnasium

Geballte Bildung: Das Friedrich-Ebert-Gymnasium, auf unserem Luftbild von Axel Häsler unten mit rotem Sportgelände, und die Friedrich-Ebert-Haupt- und Realschule sind direkte Nachbarn. Das Gymnasium wird einen Erweiterungsbau mit acht Klassenräumen bekommen.

Mühlheim - Für die massive Raumnot des Mühlheimer Friedrich-Ebert-Gymnasiums rückt eine Lösung näher: Der Kreis spendiert der Institution eine Erweiterung um acht Klassenräume. Im besten Fall wird’s eine Punktlandung. Von Marcus Reinsch 

Über den genauen Standort für den Neubau ist noch nicht entschieden. Den werden der Kreis als Schulträger, der Architekt und der Schulleiter Stefan Sturm frühestens im Herbst ausdeuten können, wenn sie sich zum zweiten Mal treffen. Doch der Bedarf für eine Erweiterung des vierzügigen, räumlich aber nur auf drei Klassen pro Jahrgang ausgelegten Friedrich-Ebert-Gymnasiums um acht Klassenräume ist mittlerweile nicht nur als dringend erkannt. Er ist auch in eine Finanzierungszusage gegossen.

Den genauen Betrag hat der Kreis bisher nur unscharf formuliert. Aber Beschlusslage ist es, insgesamt 8,1 Millionen Euro aus einem kommunalen Investitionsprogramm des Landes in vier seiner Schulen zu stecken. In Neu-Isenburg, in Dietzenbach und eben auch in Mühlheim. Und das stimmt Stefan Sturm optimistisch, dass sein Gymnasium noch rechtzeitig vor der kompletten Rückkehr von G8 zu G9 – der neunjährigen Schulzeit von der fünften Klasse bis zum Abitur – endlich wieder genug Platz für die Schüler haben wird. Viel Zeit gibt es dafür nicht. In zwei Jahren wird der letzte G8-Jahrgang in der Oberstufe angelangt sein. Und im Jahr drauf wird es erstmals wieder vier zehnte Mittelstufenklassen, eine komplette Jahrgangsstufe, geben und damit noch mehr Platzbedarf.

Der kann schon jetzt nur mit ungewollter Kreativität erfüllt werden. Die Raumnot, sagt Sturm gestern, „ist an allen Ecken und Enden spürbar“. Im Hof stehen zwei Unterrichtscontainer, die die Active Boards genannten digitalen Schultafeln nicht erlauben. Und im Bestandsgebäude selbst ist der Theater-Fachraum für Darstellendes Spiel aufgeteilt. Er dient nun als doppeltes Klassenzimmer.

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Überdies hat das bis in die achtziger Jahre sehr stark von der Oberstufe und kleineren Klassen geprägte Gymnasium eigentlich zu kleine Räume. Kreis-Finanzdezernent Carsten Müller: „Ein Teil ist im Verhältnis zur Größe der Lerngruppen zu klein und es fehlt Raum, um die starken Mittelstufenklassen in angemessener Weise unterzubringen.“

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Die Zusammenlegung von Zimmern wurde zwar schonmal angepackt. Doch das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein, dann griff das physikalische Gesetz von der Verdrängung der Massen. Sturm: „Die Klassen von Heute passen nicht mehr in die kleinen Räume.“ Kuschelig sei für die Zustände schon ein sehr positiv formuliertes Wort. „Das ist eine sehr unbefriedigende Situation, die man auch mal eine Zeit lang ertragen kann, aber eben nicht auf Dauer.“ Stefan Sturm ist also glücklich über die Entscheidung der Kreis-Politik. Und auch über die bisherigen Mühen der Verwaltung.

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