Viele Fälle vor allem in Lämmerspiel

Ärger über illegale Entsorgung von Gartenabfall

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Für den Bioabfall gibt es seit 2015 in Mühlheim die Biotonne, dennoch entsorgen einige Müllsünder ihren Abfall in der Natur.

Mühlheim - Mühlheims üppige Botanik hat nicht nur Seiten, aus denen die Stadt Lebensqualität lesen kann. Denn es gibt gerade viel zu viele Fälle von illegaler Grünabfall-Entsorgung. Vor allem am Waldrand, vor allem in Lämmerspiel. Von Marcus Reinsch 

Grünes aus der kleinen zu Grünem in der großen Natur - scheint erstmal zu passen wie die Faust aufs Auge. Doch das ist ein Irrtum. Weniger diplomatisch formuliert ist es schlicht illegal. Und so wertet es die Stadt auch, deutet auf das Kreislaufwirtschaftsgesetz, nach dem jeder, der seine Überbleibsel einfach in die Gegen schmeißt, mit einer Ordnungswidrigkeit bestraft werden kann. Das Phänomen wächst Mühlheim gerade etwas über den Kopf. Der Alarm aus dem Rathaus klingt so: „In der letzten Zeit häufen sich sowohl die persönlich vorgetragenen Beschwerden, aber auch die via Mängelmelder-App übermittelten Hinweise über illegale Ablagerungen von Grünabfällen im Waldrandbereich der Albert-Schweitzer-Straße, Robert-Koch-Straße und Brentanostraße.“

Alle drei Straßen sind im Norden Lämmerspiels, was gewissermaßen logisch ist, weil die Botanik hier sowieso besonders üppig sprießt. Aber „auch im restlichen Stadtgebiet entsorgen leider nicht wenige Gartenbesitzer ihren Grün- und Rasenschnitt auf ‘kurzem Weg‘ und laden ihn auf Brachflächen hinter dem eigenen Gartentor, im nahen Gebüsch oder am Gewässerufer und in der freien Landschaft ab“.

Ein optisches Problem, weil säckeweise Gemähtes nunmal als Müll daherkommt und nicht als Busch. Aber eben auch ein ökologisches. Es mangele offensichtlich am Bewusstsein, glauben die Städtischen, „dass auch verrottbare Grünabfälle die Natur durch den erhöhten Nährstoffeintrag belasten und die natürliche Entwicklung der Flächen und ihre Vegetation empfindlich stören“. Im Bereich von Mähwiesen beeinträchtigten die Ablagerungen zudem die Nutzung und Pflege durch die Landwirte und in Nachbarschaft von Gräben und Bächen im Extremfall die Abflussfunktion der Gewässer.

Bilder: Hunderte Müllcontainer in Flammen

Die im Wortsinn naheliegende Lösung ist also die falsche. Warum manchen Leuten das egal ist, erschließt sich der Ersten Stadträtin Gudrun Monat nicht. „Es ist doch in Mühlheim so leicht, Grünabfälle zu entsorgen.“ Entweder gleich im eigenen Garten, da entstehe per Kompostierung auch gleich ein wunderbarer Dünger und Bodenverbesserer. Oder, wenn der Platz fehlt, genauso kostenlos im städtischen Wertstoffhof an der Rumpenheimer Straße 73. Außerdem gebe es die Möglichkeit, Grünabfälle in der 2015 in Mühlheim eingeführten Biotonne zu entsorgen. Wenige Schritte vor die eigene Haustür reichten also aus, um das Grün aus Haus und Garten mit geringstem Aufwand einer umweltgerechten Wiederverwertung zuzuführen.

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