Jetzt wird es schnell

Ausbau des flotten Internets hat offiziell begonnen

Mühlheim - Das kennt inzwischen jeder, der sich über ein Heimnetzwerk ins Internet eingebucht hat: Man versucht, ein paar Fotos zu verschicken, doch das dauert eine gefühlte Ewigkeit.

Zum Start des Internetausbaus schaufelten Vertreter beteiligter Institutionen Sand in einen Graben an der Dieselstraße.

Die Lösung sitzt zwei Zimmer weiter: Die Tochter lädt einen Film aus dem Netz… Solche familiären „Konflikte“ soll es in der Mühlenstadt künftig nicht mehr geben. Vor allem sei ein schneller Zugang zum „Worldwide Web“ für Gewerbebetriebe wichtig, betonte Bürgermeister Daniel Tybussek. Die Deutsche Telekom hat mit dem Ausbau schneller Internetanschlüsse im Vorwahlgebiet 06108 begonnen. Der magentafarbene „Riese“ lässt dazu von der Firma APM-Projekt aus Weinheim mehr als 21 Kilometer neue Leitungen verlegen. 34 der hellgrauen Multifunktionsgehäuse, die etwas größer als die bekannten „Stromkästen“ am Straßenrand sind, werden bis Ende des Jahres „vectoring-fähig“, sagt Volker Pechmann, Regio-Manager im Infrastruktur-Vertrieb.

Diese Technik erlaubt, Daten aus dem Internet mit maximal 100 Megabyte (MB) pro Sekunde herunterzuladen. Wichtig sei aber auch die Geschwindigkeit beim Hochladen, um Dateien flott versenden zu können. Da biete die neue Technik stolze 40 MB, informierte Pechmann beim Ortstermin an der Dieselstraße. „Ein leistungsfähiger Internet-Zugang ist heute ein sehr wichtiger Teil der Infrastruktur für unsere Bürger“, freute sich der Rathauschef. „Und für Häuser- und Grundstückskäufe ist es zunehmend eine entscheidende Frage, wie schnell das Internet einer Straße ist.“

Mit der neuesten Technik werde Mühlheim „zukunftssicher“ gemacht, unterstrich auch der Telekom-Sprecher. „Die Planungen konnten durch die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung schnell abgeschlossen werden“, gab Pechmann nachträglich den Startschuss, „jetzt wird gegraben“. „Wir werden die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich halten, wir gehen in überschaubaren Bauabschnitten voran“.

Die Vectoring-Technik beseitige die elektromagnetischen Störungen, die bei Kupferleitungen auftreten. Kupfer werde nur noch auf dem Weg vom Multifunktionsgehäuse zur Wohnung des Kunden benutzt. Der kann künftig über einen Anschluss gleichzeitig im Internet surfen, Musik downloaden und fernsehen – vorausgesetzt, es wird ein entsprechender Router eingesetzt, erläuterte der Fachmann. Für Fachbereichsleiter Till Böttcher von der Wirtschaftsförderung ist es wichtig, dass der Zugang flächendeckend möglich ist, eine Telefonkonferenz zum Standard werden kann.

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M.

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