Schnittstelle im Westen Mühlheims muss saniert werden

Staugefahr: Bepo-Kreisel wird zum Nadelöhr

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Der Bepo-Kreisel, dessen Arme im Westen Mühlheims den Verkehr auf die südliche Ortsdurchfahrt, die Gebiete im Norden der Stadt, die Rote Warte und die B43 gen Offenbach verteilen, wird saniert. Ab dem 9. September ist mit Behinderungen zu rechnen.

Mühlheim - Der Bepo-Kreisel, Mühlheims Ortseingang im Westen, muss saniert werden. Dafür wird er ab Ende nächster Woche bis voraussichtlich Ende Oktober auf eine Spur verengt. Von Marcus Reinsch

Hätte der Bepo-Kreisel einen Körper aus Fleisch und Blut, er müsste jetzt wohl für mehrere Wochen in die Klinik. Zum Glück besteht die Mühlheimer Schnittstelle gen Offenbach aus Asphalt und der Patient kann während seiner Heilung an Ort und Stelle bleiben. Ohne Verkehrsbehinderungen wird allerdings auch das nicht abgehen. Die Arbeiter von Hessen Mobil, dem ausführenden Arm der Landesverkehrsbehörde, rücken am nächsten Freitag, 9. September, an. Um 12 Uhr schneiden sie die Einfahrt von der südlichen Ortsdurchfahrt Friedensstraße auf den Kreisel komplett ab, um eine Schutzwand aufzustellen. Funktioniert alles wie geplant, was bei Operationen am offenen Herzen nicht immer so ist, wird der Propfen sechs Stunden später wieder weg sein. Dann allerdings kann von Kurzfristigkeit nicht mehr die Rede sein. Während der Sanierung der Bundesstraße 43, also der durch die Kurven des Kreisels verlaufenden Achsen, kann Hessen Mobil zwar voraussichtlich „alle Fahrbeziehungen weitestgehend aufrechterhalten“, wie die Behörde sagt. Allerdings müssen alle Fahrbahnen bis voraussichtlich Ende Oktober auf eine Spur verengt werden.

Damit wird der Bepo-Kreisel unweigerlich zum Nadelöhr. Ohne das Gebilde geht in Mühlheim fast nichts, weil seine Arme den Verkehr auf die Ortsdurchfahrt, die Gebiete im Norden der Stadt, zur Rote-Warte-Siedlung und eben nach Offenbach verteilen. Die Diagnose für den Kreisverkehr, dem der Volksmund seinen Spitznamen wegen der direkten Nachbarschaft zum riesigen Bereitschaftspolizeiareal an der Ecke verpasst hat, kündet vom Zahn der Zeit. Im Lauf der Jahre, fasst Hessen Mobil zusammen, haben sich im Fahrbahnbelag Ausmagerungen, Einzelrisse und Netzrisse aufgetan. Und Spurrinnen beginnen sich auch zu bilden.

Da hilft nur noch der große Hammer. Die Bauarbeiten seien in mehrere Bauphasen aufgeteilt und sollen teilweise auch an Wochenenden laufen. Die Fahrbahndecke werde zwölf Zentimeter abgefräst und mit acht Zentimeter Asphaltbinder sowie vier Zentimetern Asphaltbeton wieder neu aufgebaut. Außerdem würden Leerrohre für die Stadtwerke gleich mitverlegt. Hessen Mobil rechnet mit Kosten von alles in allem 700.000 Euro. Das greift nicht die Mühlheimer Stadtkasse an, weil es sich um eine Bundesstraße handelt.

Das Wichtigste zum Thema Stau

Vor gut zwei Jahren hatte Hessen Mobil am Kreisverkehr schon einmal Hand angelegt. Damals bekam das Rondell eine etwas andere Verkehrsführung, das Rund wurde teils eckig. Von der Friedensstraße kommend hatten Auto- und Motorradfahrer zuvor noch zweispurig Richtung Offenbach abbiegen können. Seither steht dafür nur noch die linke Spur zur Verfügung, was den wilden bis gefährlichen und vor allem spontanen Wechsel verhindern soll. Verkehrsteilnehmer müssen sich also früher entscheiden, wohin sie wollen. Wer sich korrekt links eingeordnet hat, stößt seither auf die nächste Änderung: Die Kurve in der Offenbacher Straße ist keine mehr; eine weitere Sperrfläche an der Mittelbepflanzung gibt einen 90-Grad-Winkel und damit ein Abbiegen wie an einer normalen Kreuzung vor. Das soll für besseren Überblick sorgen.

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