Theatergruppe der Kolpingfamilie Dietesheim feiert Jubiläum

Dietesheimer Kirchturm-Komödianten rüsten sich für 20. Stück

Stefan Heberer (Dritter von rechts), Kurt Weber (Vierter von rechts) und Manfred Pertold haben auch nach 20 Jahren die Lust am Theater noch nicht verloren. Im November führen sie mit dem Rest der Dietesheimer Kirchturm-Komödianten die Komödie „Auch gute Bullen können irren“ auf. - Foto: p

Mühlheim - Die Dietesheimer Kirchturm-Komödianten feiern in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Im November wollen sie einmal mehr mit einer Komödie begeistern. Von Christian Wachter 

Nachdem „Auch gute Bullen können irren“ über die Bühne gegangen ist, will sich Mitgründer Stefan Heberer auch um die personellen Veränderungen in der Gruppe kümmern.  Wenn es um´s Theater geht, wird Stefan Heberer zum Enthusiasten: „Wer einmal auf der Bühne gestanden hat und weiß, wie schön es da oben sein kann, der lässt so schnell nicht mehr vom Theaterspielen“, erzählt der Mitgründer der Theatergruppe der Kolpingfamilie Dietesheim. Unter dem Namen Kirchturm-Komödianten ist sie weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Heberer steht bereits im 20. Jahr auf den Brettern im Pfarrheim von Sankt Sebastian, wo die Gruppe beheimatet ist. Aber nicht nur er, sondern auch weitere fünf Mitspieler sind seit der Gründung ununterbrochen mit dabei.

Ihr Jubiläumsstück zum 20-jährigen Bestehen führt die Gruppe im November auf. Auch wenn die Kulissen schon stehen und alle Requisiten beschafft sind – bis dahin ist noch einiges zu tun: „Warum kommt ihr immer noch mit den Textbüchern auf die Bühne?“, mäkelt Kurt Weber bei einer Probe. Zusammen mit Stefan Schwab führt Weber in diesem Jahr Regie und will den Schauspielern klarmachen, dass die Premiere von „Auch gute Bullen können irren“ in greifbare Nähe rückt.

Das Stück spielt in einer Polizeiwache die sinnigerweise in Dietesheim steht. Hier schieben Hauptwachtmeister Hugo Hammer, ein altgedienter Haudegen, der besonders die Ruhe und Beschaulichkeit seines Jobs schätzt, und Charlotte „Charly“ Schmetterling, eine ehrgeizige Polizistin, die eigentlich gerne zur Kripo wechseln würde, Dienst. Die Gemütlichkeit auf dem Revier wird in schöner Regelmäßigkeit nur von der Putzfrau Helga Rose gestört.

Natürlich bleibt aber auch der Kontakt zum Bürger nicht aus – vertreten in erster Linie durch Oma Lisbeth, die die beiden Beamten mit ihren Anzeigen schier in den Wahnsinn treibt. Dann geschieht ein Mord. Die Kripo, vertreten durch Hilde Haase und Harry Krämer, mischt sich ein. Nun überschlagen sich die Ereignisse. Neben dem Mord werden haarstäubende Delikte wie Prostitution, Erregung öffentlichen Ärgernisses, ja sogar Spionage ans Tageslicht gezerrt. Und auf einmal scheint ganz Dietesheim nur noch aus Anklägern und Angeklagten zu bestehen.

Den Spaß hat Heberer in all den Jahren nie verloren. Allerdings sieht der Gründer, der sonst als Musiker Zauberer und Bauchredner sein Geld verdient, Probleme was den Nachwuchs angeht: „Es wird einen kleinen Schnitt geben, denn einige möchten gerne aufhören. Wir werden aber als Kirchturm-Komödianten weiterspielen.“ Umso besser gelänge dies, wenn sich junge Menschen fänden, die Lust hätten, bei kommenden Stücken mitzuwirken. „Alleine schon weil es in vielen Stücken junge Liebespaare gibt“, so Heberer.

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Mitmachen darf jeder, egal ob mit oder ohne Bezug zur Kolpingfamilie und unabhängig von seiner Bühnenerfahrung. Die Bereitschaft einen Text zu lernen und vor Publikum mitsprechen, sollte man aber schon mitbringen. Und auch wenn die Truppe so eingeschworen sei, wie sie von außen wahrgenommen werde, Angst, nicht aufgenommen zu werden, müsse niemand haben. „Wir sind wie eine Familie, aber mit niedrigschwelligem Einstieg“, sagt Heberer mit einem Lächeln.

Wer mitmacht, könne sich auf eine entspannte Atmosphäre bei den Proben einstellen. Zumindest bis Ende August. „Von April bis nach der Kerb proben wir nur einmal wöchentlich, wenn das Stück näher rückt dann zweimal und am Ende sogar täglich. „Da kann es schon sein, dass mal jemand explodiert, das ist am nächsten Tag aber schon wieder vergessen.“

Die Vermutung, dass es aber viel häufiger lustig zugeht, legt schon die Gründungsgeschichte nahe. Die Idee, eine Theatergruppe zu gründen, kam Heberer und einem Kumpanen nämlich in schon leicht angeheitertem Zustand an Fastnacht 1997 im Pfarrheim Sankt Sebastian. Es folgte ein Aufruf im Kirchenblättlein, auf den sich zehn Personen meldeten. Schon wenige Monate später brachten sie zusammen ihr erstes Stück „Ärger beim Kronen-Max“ auf die Bühne.

Die Komödie „Auch gute Bullen können irren“ in drei Akten von Peter Durke wird an den Samstagen 5. und 12. November um 19.30 Uhr sowie an den Sonntagen 6. und 13. November um 16.30 Uhr im Pfarrheim Sankt Sebastian aufgeführt. Karten für acht Euro gibt es bei Sport-Schweikard an der Elisabethenstrasse.

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