„Familientag“ des Forsts

Dietesheimer Steinbrüche: Spaziergang mit Wirkung

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Im Naherholungsgebiet lohnt das Hingucken. Mit und ohne Fernstecher.

Mühlheim - Solchen Zuspruch wünschen sich Vereine! Die Forstämter Langen, Darmstadt und Hanau-Wolfgang sowie der Verein Zugpferd aus Mühlheim hatten zum „Familientag im Wald“ eingeladen. Naturnahe aller Generationen strömten in die Steinbrüche.

Die nächste Familienkutsche nähert sich der Parklücke. Frau und Kinder steigen schon mal aus, dann werden Rucksack und Wanderschuhe aus dem Kofferraum geholt und angelegt. Mama schmiert Arme und Gesicht ihrer Sprösslinge mit Sonnencreme ein. Das Nummernschild verrät, dass der Familientag von Forst und Vereinen nicht alleine Mühlenstädter anspricht. Frank Sobanski und sein Team bilden mit dem kürzlich vorgestellten Forschermobil die erste von acht Stationen. Vertieft sitzen Kinder und Erwachsene um einen Garniturtisch, stampfen in einem Mörser Chilli- und Knoblauchflocken, Thymian, Bohnenkraut, Lavendel, Paprika, Petersilie und Majoran. Die Pulvermischung ergibt ein scharfes Kräutersalz.

Hoch überm Vogelsberger See erwartet Försterin Iris Husermann Familien und Pärchen. Mit Feldstechern sollen sie das Leben im und ums Gewässer entdecken, doch ausgerechnet jetzt herrscht Ruhe! Also ermuntert die Frau vom Forst, die schroffen Strukturen an den Felswänden, Wald und Wellen zu bewundern. Und dann lenkt sie den Blick auf Fotos von Vögeln, die bestimmt werden sollen. Für Zuhause gibt’s noch Federvieh zum Ausmalen, Auschneiden und Aufhängen als Mobile.

Die nächste Station liegt am Feldrand. In einem abgesteckten Quadrat finden Eltern und Kinder eine Einkaufstüte aus Papier an einem Ast. An anderen Bäumen baumeln eine Plastiktüte und ein Pullover mit dem Hinweis „Viskose“. Zwischen Laub lugt eine Klorolle hervor, daneben liegt ein Skatspiel und auf der anderen Seite ragt ein Gummistiefel aus dem Gras. „Ist da Holz drin?“, fragen Lucia Trabert und ihre Helfer vom Forstamt Wolfgang.

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Auch die nächsten Punkte sorgen für Unterhaltung und viel Gesprächsstoff mit dem Nachwuchs. Sabine Scholl von der Alten Fasanerie lässt Tiere anhand von Geweihen und Spuren erraten, bei Forstmann Peter Fischer aus Darmstadt und Hans-Albert Kasper können Spaziergänger mal mit einer echten Armbrust schießen. Mühlheims Förster Knud Dockendorf lehrt, wie man mit einem Stock die Höhe von Bäumen misst. Und wie er und seine Kollegen dafür sorgen, dass es heute so viel Wald wie vor 300 Jahren gibt: Nachhaltigkeit nennt man das.

Kerstin Lehner vom Forschermobil wirbt für Naturmaterial, an der letzten Station brennen die Besucher Initialen und Bilder in Frühstücksbrettchen. Fazit: 3,5 Kilometer Unterricht mit Nachwirkung. (M.)

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