Anleger können Anleihen umtauschen

Feinbäckerei Heberer bietet hohe Zinsen

Frankfurt/Mühlheim - In Zeiten der Niedrigzinsen lockt die Wiener Feinbäckerei Heberer Anleger mit satten Prozenten. Nachdem die Europäische Zentralbank den Leitzins erneut abgesenkt hatte, bieten Banken und Sparkassen ihren Kunden so gut wie keine Rendite mehr für den Spargroschen. Von Marc Kuhn

Die Mühlheimer Großbäckerei hat fünf beziehungsweise 5,25 Prozent im Angebot. Nach dem Auslaufen der Anleihe aus dem Jahr 2011 begibt Heberer dafür zwei neue Anleihen. „Wir haben positive Resonanz von vielen Anlegern, die mit einer Verzinsung von sieben Prozent eine attraktive Anlage bekommen haben“, sagte Geschäftsführer Alexander Heberer gestern in Frankfurt. Er spricht von einer neuen Form der Unternehmensfinanzierung und einem Kundenbindungsprogramm. Die bisherige Anleihe läuft im Sommer aus. „Ein großer Teil der Altanleihezeichner ist bereit, sich wieder zu engagieren“, erklärte Heberer. Für sie gibt es ab August die Möglichkeit, alte Anleihen in neue mit einem Bonus von 0,25 Prozent umzutauschen, die dann mit 5,25 Prozent über eine Laufzeit von fünf Jahren verzinst werden. Das Volumen der Anlage soll zwischen 3,5 bis vier Millionen Euro liegen. Die Halter der alten Anleihe können sich ihr Geld aber auch zurückzahlen lassen, wie der Finanzchef von Heberer, Achim Eckhardt, sagte.

Bei der zweiten Anlage handelt es sich um eine Jubiläumsanleihe - die Bäckerei wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Die Anleihe, für die die Zeichnungsfrist gerade begonnen hat, ist für Neuanleger gedacht. Sie wird über eine Laufzeit von fünf Jahren mit 5 Prozent verzinst. Die Anleihe kann bis 31. März 2017 gezeichnet werden. Ihr Volumen soll ebenfalls zwischen 3,5 und vier Millionen Euro liegen. Das angestrebte Gesamtvolumen beider Anleihen soll nicht mehr als 7,5 Millionen Euro betragen.

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Mit den Erlösen aus den Anleihen will die Bäckerei Verbindlichkeiten tilgen, aber auch beispielsweise Geld in den Ausbau und die Modernisierung der Filialen stecken. Neben den Anleihen finanziert sich Heberer auch noch über Banken. Aber: „Wir sind relativ bankenunabhängig aufgestellt“, berichtete Eckardt.

Die Verbindlichkeiten der Bäckerei seien im vergangenen Jahr auf 2,8 Millionen Euro gesunken, erläuterte Eckardt. Der Umsatz der Heberer-Gruppe, zu der unter anderem die Wiener Feinbäckerei Mühlheim gehört, hat bei 85,3 Millionen Euro gelegen, das Ergebnis bei 10,6 Millionen Euro. Die Zahl der Filialen im Rhein-Main-Gebiet, Berlin und Thüringen ist auf 235 gesunken.

Heberer spricht mit Blick auf die Backangebote der Discounter von einem Umbruch im Markt. „Wir wollen das Premiumsegment besetzen“, sagte der Geschäftsführer. „Wir haben den Weg gefunden.“

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