Flüchtlingsunterbringung: Die nächsten Puzzleteile

Leichtbauhalle und „manroland“-Immobilie wohl im Juni bezugsfertig

Mühlheim - Endspurt für zwei neue Flüchtlingsunterkünfte in Mühlheim: Der von der Stadt in der Borsigstraße angemietete „manroland“-Komplex und die Leichtbauhalle Dieselstraße werden wohl im Juni fertig. Von Marcus Reinsch 

Das Mühlheimer Unterbringungspuzzle hat längst viele Teile. Zwei neue werden vermutlich im Juli hinzukommen – erst die Leichtbauhalle in der Dieselstraße, dann der „manroland“-Komplex in der Borsigstraße. Erstere ist unkomplizierter. Die Konstruktion steht schon. Was noch fehle, informiert die Erste Stadträtin Gudrun Monat gestern, sei die Inneneinrichtung. Also Betten, Schränke, Tische für die 16 einzelnen Raumabschnitte und die Infrastruktur für die angebauten Container. In die Halle sollen Neuankömmlinge einziehen. Ein Dach überm Kopf finden könnten in der Halle theoretisch 64 Menschen. Doch das wäre wieder die kaum noch menschenwürdige Extrembelegung, die sowohl Monat als auch Bürgermeister Daniel Tybussek mehrfach beklagt haben. Erstmal sollen an der Dieselstraße also, sagt Monat, maximal 48 Leute eine vorübergehende Bleibe finden.

Ob diese Zahl realistisch bleibt, wird von der künftigen Stärke des Flüchtlingsstroms abhängen. Momentan ist er mit zehn Hilfesuchenden pro Monat nicht so massiv wie in Spitzenzeiten mit 55 pro Monat. Das allerdings liegt vor allem daran, dass den Flüchtlingen seit Schließung der Balkan-Route der Weg versperrt ist. Die Situation kann sich also jederzeit wieder ändern. Etwas später soll dann auch die Unterkunft an der Borsigstraße im Gewerbegebiet im Westen Mühlheims fertig sein. Die Stadt lässt das ausrangierte Bürogebäude von „manroland“ seit dem Jahreswechsel für rund eine Million Euro für Wohnzwecke umbauen. Eine Herausforderung, weil beispielsweise sanitäre Anlagen eingebaut werden müssen.

Bilder: So helfen Sie Flüchtlingen in der Region

Richtige Wohnungen entstehen so nicht, sondern sogenannte Wohneinheiten mit Küchen, die sich jeweils mehrere Flüchtlingsfamilien teilen müssen. Das Gebäude selbst ist hufeisenförmig. Der Mietvertrag sieht für den als Unterkunft ausgeguckten, 1100 Quadratmeter umfassenden zweigeschossigen Schenkel monatlich fünf Euro pro Quadratmeter vor. Zusätzlich sieht die Stadt im etwa 750 Quadratmeter großen eingeschossigen Teil des Baus perspektivisch eine Art Zentrale für Verwaltung, Sprachkurse und jeden, der sich in Mühlheim ehrenamtlich für Flüchtlinge einsetzt. Dafür ruft „manroland“ nur einen Euro pro Quadratmeter auf.

Wiederum eher in der Theorie als in der menschenfreundlicher gedachten Praxis kann dieser Standort notfalls 110 Menschen beherbergen. Einziehen sollen hier die knapp 90 momentan im Zelt am Bürgerhaus untergebrachten Flüchtlinge. Dieses zeitlich ohnehin zeitlich begrenzte Provisorium soll dann abgebaut werden.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion