Wo Hummeln brummeln

Auf dem Gailenberg wächst ein tierisches Büfett

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Ein Paradies für Hummeln, Bienen und Schafe gedeiht auf dem Gailenberg, hochstämmige Obstbäume folgen im Herbst. Einen Überblick darüber verschafften sich Vertreter von Vereinen und vom Kreis Offenbach.

Mühlheim - Noch ein bisschen mehr Natur für die Mühlenstadt: Dank der Entschlossenheit der Naturschutzbehörde Kreis Offenbach und vielen Ehrenamtlichen haben sich auf dem Gailenberg zwischen Steinheimer Straße und Steinbruch wertvolle Biotope entwickelt. Jetzt sprießt dort auch eine Hummelwiese. Von Michael Prochnow 

Wilde Möhre, Kleine Pimpinelle, Schwarze Königskerze – Samen von mehr als 40 Blumensorten sind in der Mischung vertreten, die auf der „Hummelwiese“ am Gailenberg ausgesät wurde. Hinzu kommen elf Gräser, von der Blaugrünen Segge über den Flaumhafer bis zur Platthalmrispe. Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger stellte das Paradies für Hummeln und Schafe mit Vertretern von Naturschutz-Organisationen vor. Die rund 2000 Quadratmeter große Fläche am östlichen Waldrand bot sich für das Projekt an. Sie liegt unter einer Hochspannungsleitung des Netzbetreibers Tennet, sodass Büsche und Bäume ohnehin nur eingeschränkt wachsen durften. Mitarbeiter des Vereins Zugpferd haben fleißig die „unerwünschte“ Amerikanische Traubenkirsche und viel Wurzelwerk entfernt und das Areal geebnet. Anschließend konnte die standortgerechte, arten- und blütenreiche Mischung ganz traditionell mit der Hand ausgeworfen werden.

Die ersten Blumen haben ihre Pracht schon entfaltet. Die Wiese dient jedoch nicht nur als „Augenweide eines wunderschönen Ausflugziels“ für Spaziergänger, Jogger und Radfahrer, betont Kreisbeigeordnete Jäger. Mit finanzieller Hilfe aus Dietzenbach und dem Einsatz der Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) sollen Hummeln und Wildbienen eine Heimat finden. „Wir bewahren eine einzigartige, ökologisch wertvolle Kulturlandschaft“, beschreibt die Umweltdezernentin das Gailenberg-Projekt.

Dazu zählen auch die 109 weidenden Schafe und die 85 Lämmer von Schäferin Ute Mayer aus Babenhausen. Sie sichern mit ihrem Appetit das mit 40 Hektar größte Streuobstgebiet in der Region, leisten eine „ökologisch und ökonomisch nachhaltige Pflege“, sagt Claudia Jäger. Denn für den Erhalt der Vielfalt von Flora und Fauna dürfen einzelne Pflanzen nicht zu hoch wuchern. Seit 16 Jahren unterstütze die Untere Naturschutzbehörde Akteure, Grundstückseigentümer und Vereine, die ihrerseits die ökologische Zielsetzung verfolgen.

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So soll die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald im Herbst hochstämmige Obstbäume setzen, erinnert Ulrike Schmittner von der Naturschutzbehörde. Weitere Partner seien Imker, Landwirte und Weinbauern, lobt sie das Netzwerk auf dem Gailenberg. Mühlheims Erste Stadträtin Gudrun Monat wies darauf hin, dass die Instandhaltung mit einem hohen personellen Aufwand verbunden sei. Daneben sei es manchmal schwierig, Eigentümer von kleinen Parzellen zu ermitteln und diese für das Konzept zu gewinnen.

Die Kommune unterhalte darüber hinaus ihrerseits rund 8000 Quadratmeter Streuobstwiesen, die als Ausgleichsleistung für den Bebauungsplan L14, dem Steinbeunerfeld im Stadtteil Lämmerspiel, ausgewiesen wurden.

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