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Da geht was den Bach runter...

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Abwasserverband Untere Rodau steckt gerade rund 3,1 Millionen Euro in seine Kläranlage. Sie filtert die Brühe aus Mühlheim und Obertshausen.
Momentan beißen sich Bagger durchs Erdreich auf dem Gelände der Kläranlage. © p

Mühlheim - Geschäftsführerposten, deren Inhaber straffrei zugeben könnten, dass unter ihrer Aufsicht Millionen Steuer-Euro den Bach runtergehen, sind extrem selten. Aber es gibt sie, und Jens Wissmann hat einen davon. Er ist Geschäftsführer des Abwasserverbandes Untere Rodau. Von Marcus Reinsch

Der steckt gerade rund 3,1 Millionen Euro in seine Kläranlage an Mühlheims Rumpenheimer Straße. Die Investition dient der Modernisierung. Die Anlage, sagt Wissmann, sei veraltet. Also beißt sich gerade schweres Gerät durchs Gelände. Der Zulauf wird erneuert; von den Schneckenpumpen über das Flächengebäude, wo die Anlagentechnik zuhause ist, bis zum Sandfang ist überall Baustelle.

Und die Konstruktion muss ja in der Tat einiges aushalten. Sie ist auf das mechanisch-biologische Klären der Abwässer von rund 80.000 Menschen aus Mühlheim und Obertshausen, Mitgliedern des Abwasserverbands, ausgelegt. Diese Kapazität ist so gut wie ausgereizt. Momentan, sagt Wissmann, seien 54.200 Einwohner angeschlossen. Plus Betriebe, deren Abwässer nochmal denen von rund 24.000 Menschen entsprechen. Was nach Rechen, Sandfang, Vorklärbecken. Klärbecken herauskommt, habe zwar nicht Trinkwasserqualität. Die restliche bakteriologische Verunreinigung falle durch die Einleitung in den Main aber nicht mehr ins Gewicht. Ist die Erneuerung fertig, werde die nächste nicht lange auf sich warten lassen, erklärt der Geschäftsführer. „Wir machen dieses Jahr auch das mit Klärgas betriebene Blockheizkraftwerk auf unserem Gelände, es wird für rund 400.000 Euro durch ein effizienteres ersetzt.“

Für die aktuelle Maßnahme sei in der Tat ein angrenzendes Areal gerodet worden, bestätigt Wissmann. Dass der Kahlschlag erst mitten in der Vogelschutz- und Brutzeit passierte, in der Flora und Fauna grundsätzlich tabu sind, bestätigt er nicht. „Wir haben das Grundstück extra schon im vergangenen Jahr erworben und vor der Schutzzeit gerodet.“ Bis zum Baubeginn sei zwar natürlich wieder etwas nachgewachsen, doch das seien keine Bäume gewesen und habe mit der normalen Baufeldfreimachung beseitigt werden können.

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