Erwärmt fürs kalte Wasser 

Initiatoren der Kneipp-Anlage haben Grund zur Hoffnung

Mühlheim - Die Idee, eine Kneipp-Anlage in Lämmerspiel zu bauen, nimmt Gestalt an. Erstmal in den Köpfen der Vordenker – Medizinerin, Stadt, Physiotherapeutin, Kirche. Bei ihrem Infoabend gab es viel Interesse und einen möglichen Standort: das Gelände hinter dem Feuerwehrhaus. Von Marcus Reinsch 

Eine Idee vorzubringen, gleicht oft einem Sprung ins kalte Wasser, weil sich zwar viele für ein Projekt, aber nicht für eine Mitarbeit erwärmen. Dr. med. Beate Knaur, Physiotherapeutin Sigrid Tinat, Lämmerspiels katholischer Pfarrer Will Gerd Kost und Bürgermeister Daniel Tybussek haben Grund zur Hoffnung, dass das in ihrem Fall nicht so wird. Gemessen am Andrang hat ihr Informationsabend über die Chancen auf eine Kneipp-Anlage in Lämmerspiel schonmal einen Nerv getroffen. Tybussek registrierte erfreut „jetzt schon breiten Zuspruch zu diesem Projekt, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mühlheimer, egal ob alt oder jung, fördern würde“.

Würde es zweifellos. Kneippen gilt als ebenso einfach wie effektiv. Seinen Namen hat dem Wassertreten Mitte des 19. Jahrhunderts ein einstiger Amtskollege von Kost, Pfarrer Sebastian Kneipp verpasst. Heute gilt es als präventives Gesundheitsprogramm, das unter anderem der Stabilisierung des Kreislauf- und Nervensystems und der Schmerzlinderung dient, auch bei niedrigem Blutdruck hilft, Atemstimulation und Gefäßtraining unterstützt, das Immunsystem bei Infektanfälligkeit stärkt und nicht zuletzt bei Einschlafstörungen segensreich ist.

Außerdem schätzen, wider das Klischee, nicht nur reifere Semester das Kneippen als Spaßbringer. Für den, der’s praktiziert, und bisweilen auch für Zuschauer. Sieht ja durchaus amüsant aus, wenn da jemand in der Gangart eines Storchs durch leitungskaltes Wasser stolziert. Aber das hat Sinn: Kneippende gönnen den Gefäßen ein effektives Training. Durch Kälte macht sich die Muskulatur eng und später wieder weit.

Kneipp sagte hierzu: „Im Maße liegt die Ordnung. Jedes zu viel und zu wenig setzt anstelle von Gesundheit die Krankheit.“ Daran hat sich nichts geändert. Die fünf Elemente der Kneipp-Therapie – Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen, Balance – wollen die Initiatoren mit ihrem Projekt fest etablieren. Besonders für Kinder könne das Kneippen ein Einstieg zu einer gesunden Lebensführung sein. Dafür sei nun ein guter Anfang geglückt.

Als idealen Platz sehen die Macher die kleine Parkanlage hinter dem Feuerwehrhaus. Das Areal sei erste Wahl, weil es sich um städtisches Eigentum handelt, öffentlich zugänglich ist und ein Wasseranschluss und Abfluss leicht zu verwirklichen wären. Zudem sei die Erreichbarkeit für Kindergarten- und Grundschulkinder, Senioren und Fahrradfahrer auszeichnet.

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Das ist natürlich noch Zukunftmusik. Im nächsten Schritt können und sollen möglichst viele Einwohner, nicht nur aus dem Stadtteil, zum Gelingen beitragen. Das geht auf einem einfachen Weg: In den nächsten Wochen werden sowohl in Mühlheim als auch in Lämmerspiel Unterschriftenlisten zur Unterstützung dieses Projekt an allen wichtigen öffentlichen Orten ausgelegt.

Um alle Bürger auf dem aktuellen Stand der Entwicklung zu halten, sind Informationen auf der Internetseite muehlheim.de geplant. Und ein nächstes Treffen für gesundheitsbewusste oder einfach nur interessierte Mühlheimer wird es ebenfalls geben. Es ist für Anfang November vorgesehen.

Fragen? Sigrid J. Tinat (Praxis für Physiotherapie Lämmerspiel, Mail: praxis@sigrid-tinat.de) und Dr. med. Beate Knaur (Mail: drbeate.knaur@arcor.de).

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