Wie’s an der Rote-Warte-Schule aussieht?

Inklusion muss besser werden

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Insgesamt gar nicht schlecht, aber bei manchen Dingen hapert es. Die Gruppe schaut sich den Hof der Rote-Warte-Schule an und bewertet. Vorne mit Mappe: Frank Lortz.

Mühlheim - Frank Lortz, Vizepräsident des Landtags in Wiesbaden, informierte sich in der Rote-Warte-Schule zusammen mit Vertretern von Schulamt, Kreis und Dienstleistung über den baulichen und personellen Stand der Dinge. Von Stefan Mangold 

Die Begrüßung mit Schulleiterin Silke Mahr fällt herzlich aus. Denn Frank Lortz hat quasi Heimspiel. „Wir wohnen im selben Ort“, erklärt der Politiker, der bereits im vergangenen Jahr einen Bummel übers Gelände der Rote-Warte-Schule unternahm. Der bauliche Zustand der Bildungseinrichtungen im Kreis Offenbach sei insgesamt gut, bemerkt der 63-jährige CDU-Abgeordnete. „Der Lehrer-Schüler-Schlüssel an Grundschulen war außerdem noch nie so günstig wie heute.“ Lortz spricht auch zum Thema Flüchtlinge. Die Behörden hätten bisher 1000 Integrationsklassen eingerichtet. „Wer die Sprache nicht beherrscht, der kann sich nicht einbinden“, sagt der Politiker. Das Land habe einen Milliardenbetrag ausgegeben. Kein Pappenstiel vor dem Hintergrund, dass die Schuldenbremse in Hessen mit Beginn 2020 in Kraft trete.

An der beschaulich gelegenen Mühlheimer Grundschule geht’s ruhiger zu. Zumindest lässt sich das aus den Worten der Rektorin Silke Mahr heraushören. Die personelle Situation sei gut, das Leseprojekt und „Deutsch als Zweitsprache“ liefen ebenfalls erfreulich, „wir haben relativ wenig Flüchtlingskinder hier“. Die Inklusion funktioniere hingegen nicht sonderlich, erfahren die Besucher. Denn: „Eine extra Lehrkraft für gerade mal vier Stunden ist einfach zu wenig“, beklagt die Rektorin. Da können weder der Vizepräsident noch Direktorin Hildegunde Gier vom Staatlichen Schulamt eine schnelle Lösung versprechen.

Nicht ideal gestaltet sich auch die vom Förderverein organisierte Nachmittagsbetreuung. Das Manko: Bei 146 Kindern ist die Nachfrage höher als das Angebot. Die Bezuschussung wirke widersinnig, erklärt die langjährige Vorsitzende Sylvia Schmidt. Jede Schule bekomme den gleichen Satz, „egal, ob dort 20 oder 40 betreut werden“. Das System bestrafe jene, die mehr aufnehmen.

Sportfest für Schüler mit Behinderungen: Bilder

Schulleiterin Silke Mahr lobt die Zusammenarbeit mit der Hochtief PPP Schulpartner-Gesellschaft. Reparaturen würden schnell erledigt. Voriges Jahr sei das Lehrerzimmer neu möbliert worden, ein Schallschutz sei geplant. Außerdem habe sich die Situation für jene, die mit dem Rad in die Schule fahren, durch die neuen Ständer verbessert. Die Einhausung des Müllplatzes falle in der Bilanz ebenso positiv auf wie die Behebung von Stolperfallen auf dem Schulhof.

Womit Mahr zur Verkehrserziehung überleitet. Die sei nicht möglich, weil sich auf dem mit diversen Belägen zusammengestoppelten Hof nichts auftragen lasse. Der Untergrund in der Sporthalle sei abschüssig. Architekt Tomislav Vulic vom Fachdienst Gebäudewirtschaft des Kreises und Ingenieur Timo Porsch von Hochtief werden sich um einen Kostenvoranschlag kümmern. Vizepräsident Frank Lortz erscheint mit Geschenk: In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse Langen-Seligenstadt überreicht er Sylvia Schmidt vom Förderverein einen Scheck über 1000 Euro.

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