Kita Schlesierstraße offiziell eingeweiht

Betreuungsbeute ist verteilt

+
Für Sommerfest und Einweihung gab es ein sicher passendes Motto: „Über und unter den sieben Weltmeeren...“

Mühlheim - In einer Zeit, in der dank des Rechtsanspruchs auf Betreuung alle Kinder in einem Boot sitzen, darf sich der üppige Nachwuchs in der Lämmerspieler Schlesierstraßen-Kita als Freibeuter fühlen. Mit ihrer Erweiterung ist die Institution nun die größte der Stadt. Ein Coup. Gerade war offizielle Einweihung.

Gesetzt ist der jüngste Baustein des Ausbaus der Kinderbetreuung in Mühlheim schon eine ganze Weile. Mühlheim -  In einer Zeit, in der dank des Rechtsanspruchs auf Betreuung alle Kinder in einem Boot sitzen, darf sich der üppige Nachwuchs in der Lämmerspieler Schlesierstraßen-Kita als Freibeuter fühlen. Mit ihrer Erweiterung ist die Institution nun die größte der Stadt. Ein Coup. Gerade war offizielle Einweihung. Aber jetzt ist der konzeptionelle und botanische Mörtel ausgehärtet - also Inbesitznahme der mit 159 Plätzen nun stadtgrößten Lämmerspieler Schlesierstraßen-Kita, gekleidet ins Sommerfest der Institution.

Auslöser aller Expansion war ein Glücksfall gewesen, den aus verständlichen Gründen nicht jeder als Glücksfall sehen konnte: Die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde hatte vor einigen Jahren nur noch wenig Interesse an ihrem direkt neben der Stadtteil-Kita liegende Gemeindehaus-Dependance registriert und nach längerer leidenschaftlicher Diskussion einen Standort-Schlussstrich gezogen. Die Stadt übernahm das Gebäude, beauftragte im August 2013 ein Architekturbüro, ließ die Expansion seit November 2014 während des laufenden Betriebs Schritt für Schritt Wirklichkeit werden. Bürgermeister Daniel Tybussek erinnerte bei der Einweihung an die Verhandlungen. „Natürlich war es nicht gewöhnlich und auch nicht einfach, aus einem Gemeindezentrum einen Kindergarten zu machen“, sagte er. Aber alle Beteiligten zogen mit, auch die Eltern, sodass Mühlheim nun 47 neue Plätze ins Mühlheimer Rennen um Betreuungskapazitäten schicken kann. Neben der Quantität sei natürlich auch die Qualität der Kinderbetreuung wichtig, sagte Erste Stadträtin Gudrun Monat. In der Schlesierstraße sei dieser Anspruch mit dem neuen Gebäude sehr gut umgesetzt worden. Die neuen Kinder werden von acht zusätzlichen Erziehern betreut.

Im Obergeschoss des neuen Hauses wurden Bereiche wie Ruhezone, Bau-, Lese- und eine Puppenecke eingerichtet. Im Atelier und im Bewegungsraum im Gartengeschoss können sich die Kinder kreativ und körperlich austoben. Im Erdgeschoss des „Altbaus“ tat sich so Platz für neue Gruppen- und Schlafräume für die Ein- bis Dreijährigen auf. Der Intensivraum wird etwa als Ruheraum, für die Vorlese-Oma oder Einzelfördermaßnahmen genutzt. Im Obergeschoss: Personal- und Vorbereitungsraum. Alles in allem kostete die Erweiterung 791.000 Euro. Das Land gab 90.000 Euro dazu.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Für die U3-Krippenkinder wurde auf der Außenanlage, die sich durch die Fusion der Gelände erheblich vergrößert hat, ein Stück mit altersspezifischen Spielgeräten abgeteilt. Aus beiden Häusern treffen sich die Vorschulkinder für Ausflüge, Besprechungen, Vorschularbeit. Der große Garten dient als Treff- und Mittelpunkt. Leiterin Beate Höschele: „Und damit der Garten noch attraktiver wird, hat der Förderverein die großartige Aktion: ‘Ein Baustein für unsere Kita‘ ins Leben gerufen.“ Eltern, Firmen, Freunde können für die Gestaltung des Außengeländes spenden. Sie bekommen dafür eine von den Kindern gestaltete Urkunde und finden, falls sie mindestens 100 Euro springen lassen, ihren Namen auf einem Baustein einer „Spenderbank“ wieder.

So sind bisher vor allem dank der Zuwendungen von Sparkasse Langen-Seligenstadt, Volksbank Maingau und alleine 4000 Euro von der Offenbacher BB-Bank 6000 Euro geflossen. Monat: „Die von städtischer Seite geplante Gestaltung des Außengeländes kann hierdurch mit dem Igelhaus und einem zusätzlichen Sandkasten hervorragend ergänzt werden.“ Das große Einweihungs- und Sommerfest gehorchte dem Thema „Über und unter den sieben Weltmeeren“. Das passte, auch wenn der Himmel seine Schleusen dafür nicht unbedingt hätte öffnen müssen. Das verwässerte das Vergnügen kein bisschen. Die Kinder bespaßten sich bei Kugelfischangeln, Schatzsuche, Wasserstaffel, die Erzieherinnen feierten ihren Erfolg mit einem Theaterstück, und die vielen Besucher nahmen das Angebot gerne an, sich durch die neuen Räume führen zu lassen.

mcr

Kommentare