Kontrolle am Flughafen wird zum Albtraum

Mühlheim/Frankfurt ‐ Ein Albtraum vieler Flugreisender ist für drei Mühlheimerinnen wahr geworden. Bei der Routinekontrolle auf dem Frankfurter Flughafen sind sie zu Unrecht in Verdacht geraten, Sprengstoff bei sich zu haben. Von Alexander Kroh

Sie konnten ihren geplanten Flug nach Dubai nicht antreten und bleiben auf 300 Euro Umbuchungskosten sitzen. Verdacht erregender Gegenstand war der im Handgepäck verstaute Kinder-DVD-Player der fünfjährigen Jasmin. Das Mädchen, Oma Waltraud (65) und Mutter Yvonne (43) Kaiser erfüllen kaum das Klischee vom gefährlichen Terroristen-Trio. Dennoch wird gegen sie das ganze Programm an Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet.

Bundespolizei, Sprengstoffkommando und Spürhund rücken an. Vier Gates im Terminal 2 werden gesperrt. Bei der Röntgenkontrolle des Handgepäcks stuft eine Security-Mitarbeiterin das Köfferchen von Yvonne Kaiser als „sprengstoffgefährdet“ ein, weil sie Teile des Inhalts nicht identifizieren kann. Nach den Vorschriften darf ein solches Behältnis nicht geöffnet werden, weder von den Eigentümern noch von Sicherheits-Mitarbeiterin. So werden den Mühlheimerinnen die Pässe aus den Händen gerissen, auf Toilette darf Yvonne Kaiser nur unter Polizeibegleitung. „Es war demütigend“, erinnert sich Waltraud Kaiser, die verzweifelt versucht, ihrer Enkelin die Situation zu erklären.

Als der Sprengstoffhund endlich Grund zur Entwarnung gibt, wäre es noch nicht zu spät gewesen. Die Emirates-Maschine steht noch am Gate. Einsteigen dürfen die Mühlheimerinnen aber nicht. Die Fluggesellschaft hat sie in der Zwischenzeit ohne Nachfrage auf einen späteren Flieger umgebucht.

Sieben Stunden später dürfen die drei endlich nach Dubai fliegen. Diesmal zeigen sie an der Frankfurter Sicherheitskontrolle den DVD-Player lieber gleich vor. Und bekommen zu hören, dass der Koffer lediglich hätte umgedreht werden müssen, um den vermeintlichen Sprengstoff als harmlosen Apparat zu entlarven.

„Ich habe vollstes Verständnis für Sicherheit, aber solch eine Schikane habe ich noch nie erlebt“, beklagt sich Waltraud Kaiser. Was ihr passiert ist, ist auch am Sonntag um 18 Uhr in der Sendung „De facto“ im HR-Fernsehen zu sehen.

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