Verkehrsführung in Mühlheims Rote-Warte-Siedlung

Kanalsanierung als Chance

Mühlheim - Das Dauerthema Verkehrsführung in Mühlheims Rote-Warte-Siedlung rückt vom Hintergrund in den Untergrund - nach der großen Kanalsanierung im Alten Frankfurter Weg lässt sich wohl die leider auch bei Rasern beliebte Parallelachse zurechtrücken. Von Marcus Reinsch

Mühlheims Rote-Warte-Siedler dürften der Stadtspitze beim Informationstreffen heute Abend regelrecht an den Lippen kleben. Und nicht nur die. Was der Magistrat über die anstehende große Kanalsanierung entlang des Alten Frankfurter Wegs und die Chancen auf eine Veränderung der Verkehrsführung zu vermelden hat, interessiert auch viele Menschen, die nicht im an Offenbach geschmiegten Wohngebiet leben. Leider, muss man aus Siedler-Sicht schon fast sagen. Denn ein Gutteil der Klagen, die in den letzten Jahren von ihnen zusammenkamen, drehten sich um den Durchgangsverkehr. Der hat weder Start noch Ziel in der Roten Warte, sondern will Ampeln und Wartezeiten auf der parallelen Offenbacher Straße umgehen. Letztlich starteten Anwohner deshalb sogar eine Unterschriftenaktion.

Nun kann sich was ändern. Im städtischen Investitionsprogramm sind 1,8 Millionen Euro für den Kanalausbau am Alten Frankfurter Weg reserviert, der größte Batzen mit 1,3 Millionen im nächsten Jahr. Kurz: Das alte Hauptrohr muss raus, ein neues, leistungsfähigeres rein. Die Straße wird dafür aufgerissen, muss sowieso wiederhergestellt werden. Da lässt sich auch gleich an der Gestaltung der Oberfläche etwas machen. Die Mittel dafür - 33.000 Euro - sind bei der Stadt seit vergangenem Jahr etaisiert.

Bei der Versammlung (19.30 Uhr, Siedlergemeinschaftshaus, Henri-Dunant-Straße 15) konkretisiert Bürgermeister Daniel Tybussek, was genau auf die Bewohner zukommt. In Sachen Kanalbau geht es da um mögliche Verkehrsbehinderungen durch den Kanalbau, die Anschlüsse an die Häuser entlang der Straße, auch um das besonders sensible Thema Anliegerbeiträge.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Mühlheim

Tybussek knüpft dabei aber auch an die Vorgeschichte an. Die hatte in den letzten Jahren immer mal wieder für Aufregung gesorgt. Eine vor allem den Schwerpunkten Busanbindung der Roten Warte und Rote-Warte-Schule gewidmete Bürgerversammlung im Jahr 2012 hatte sich am Rande schon um die Verkehrssituation gedreht. Mitte 2014 startete die Stadt dann eine Verkehrszählung, um herauszufinden, ob der Durchgangsverkehr ein objektives oder nur ein subjektives Problem ist. Sie ließ ein in Mühlheim bisher einzigartiges Experiment folgen, machte den Alten Frankfurter Weg für einige Wochen in die eine Richtung zur Einbahnstraße und für weitere Wochen in die andere Richtung.

Ergebnis war unter anderem die eher zu erwartende Erkenntnis, dass Autos, die man aus einer Straße verdrängt, in der nächsten wieder auftauchen. Ein Verschiebepuzzle. Wie die Siedler trotzdem mit fremdem und auch eigenem Blech Frieden schließen können, darum dreht sich die Versammlung. Zur Sprache kommt da auch nochmal das versetzte, wechselseitige Parken, das Tempo rausnehmen könnte.

Rubriklistenbild: © Stadt

Kommentare